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Verkehr Rhein-Main-Verbund startet Pilotversuch / Anwendung auf dem Handy soll einfacher werden

Mit zwei Klicks zur Fahrkarte

Archivartikel

Frankfurt/Main.Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will den Fahrkartenkauf mit dem Handy weiter vereinfachen. Mit nur zwei Klicks können 1000 ausgewählte Testkunden von Montag (4. November) an ihre Tickets lösen – ohne dabei Haltestellennamen oder Strecke eingeben zu müssen. Sie brauchen lediglich beim Betreten und Verlassen einer Bahn über die App „RMVsmart“ ein- und anschließend wieder auszuchecken. Das System ermittelt dann nach Angaben des Verkehrsverbunds automatisch die gefahrene Route und den entsprechenden Preis.

System überwacht Bewegung

„Das macht den Fahrkartenkauf noch komfortabler und den RMV in Sachen digitales Ticketing zu einem der Vorreiter in Deutschland“, sagte Geschäftsführer Knut Ringat bei der Präsentation des Systems „RMVsmart-In/Out“ am Donnerstag in Frankfurt. Der Pilotversuch ist ein weiterer Test innerhalb des 2016 gestarteten Projekts „RMVsmart“ und soll zunächst bis Ende März 2021 laufen. Der RMV erhofft sich dabei Erkenntnisse über die neue Technik und will außerdem herausfinden, ob seine Kunden das System grundsätzlich akzeptieren.

Da Pendler und Reisende die gewünschte Verbindung nicht mehr vorher eingeben müssen, überwacht das System ihre Bewegungen und erkennt den Standort. In einem zweiten Schritt will der RMV dann sogar das Auschecken aus dem Zug abschaffen und dem Smartphone überlassen. Da die hinterlegten Kundendaten und die ermittelten Fahrten den Angaben zufolge erst später zusammengeführt würden, sei der Datenschutz „zu jeder Zeit gewährleistet“, teilte das Unternehmen mit.

Tatsächliche Strecke zählt

Bei „RMVsmart“ bezahlen die Test-Kunden nur für die Strecken, die sie tatsächlich zurücklegen – Tarifgrenzen gibt es für sie nicht mehr. Die Kosten einer Fahrkarte für die Regionalbahn, die S- oder U-Bahn setzten sich aus einem Grund- und Kilometerpreis zusammen. Bei Fahrten mit Bus oder Straßenbahn kommt ein Pauschalpreis hinzu. Ob und wann „RMVsmart“ in den Regelbetrieb überführt wird, ist laut Ringat offen.