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ÖPNV Modellstudie untersucht auch Lage in Mannheim/Heidelberg

Mobilitätsabgabe rückt näher

Stuttgart.Für eine Abgabe von 30 Euro pro Einwohner und Monat kostenloser öffentlicher Nahverkehr in der Region Mannheim/Heidelberg? Oder für zehn Euro im südbadischen Kurstädtchen Bad Säckingen? Möglich wäre das zumindest, hat jetzt eine Modellstudie im Auftrag des baden-württembergischen Verkehrsministeriums ergeben.

In vier Kommunen und Verdichtungsräumen mit unterschiedlicher Struktur wurden ein Jahr lang verschiedene Modelle geprüft und berechnet, wie ein deutlich verbessertes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) finanziert werden könnte. Die Ergebnisse und das Gutachten wurden am Freitag in Stuttgart von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) vorgestellt und mit Vertretern der Kommunen sowie Verkehrsexperten diskutiert.

Hintergrund ist das verkehrs- und klimapolitische Ziel des Landes, bis 2030 die Fahrgastzahlen im ÖPNV zu verdoppeln. Dazu muss das Angebot massiv ausgebaut werden – und zwar im ländlichen Raum ebenso wie in verdichteten städtischen Metropolregionen mit mehreren Verkehrsverbünden.

Aber mehr Busse und Stadtbahnen, mehr Regional- und S-Bahnen, mehr und längere Linien sowie höhere Taktzahlen kosten viel Geld. Bezahlen sollen die Verkehrswende die Bürger – und im Gegenzug bessere Angebote, Guthaben, Gratistickets oder sogar einen komplett kostenlosen ÖPNV bekommen.

Wer soll zahlen?

Das Zauberwort heißt ,,Mobilitätspass“, und der kann je nach Region völlig unterschiedlich zugeschnitten sein. Aber sollen alle Bürger bezahlen oder nur die Autofahrer? Wie hoch dürfen die Abgaben sein? Wie viel Geld kann mit welchem Modell generiert werden, und welches Angebot lässt sich damit finanzieren? Ziel ist die Schaffung einer Rechtsgrundlage durch den Landtag, die es den Kommunen erlaubt, vor Ort passgenaue Lösungen anzubieten.

Neben der Region Mannheim/Heidelberg und Bad Säckingen nahmen die Landeshauptstadt Stuttgart und die Universitätsstadt Tübingen als Modellkommunen teil. Berechnet wurden Kosten und Ertrag von drei Grundmodellen: eines Bürgertickets für alle Einwohner, einer Nahverkehrsabgabe nur für Kfz-Halter sowie einer Straßennutzungsgebühr nur für Kfz-Nutzer. Demnach lässt sich zum Beispiel im Raum Mannheim/Heidelberg mit 30 Euro pro Monat pro erwachsenem Einwohner oder 40 Euro pro Kfz-Halter ein Nulltarif im ÖPNV finanzieren.

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