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Justiz Wiederaufnahme des Falls beantragt

Mörder will erneutes Verfahren

Archivartikel

Darmstadt.Ein verurteilter Doppelmörder aus Südhessen will ein neues Gerichtsverfahren zu seinem Fall erreichen. Sein Anwalt Gerhard Strate stellte dazu gestern in Darmstadt den Wiederaufnahmeantrag vor. Sein Mandant Andreas D. soll demnach nicht derjenige gewesen sein, der im Jahr 2009 in Babenhausen ein Ehepaar erschossen und dessen behinderte Tochter schwer verletzt hatte.

Das Landgericht Darmstadt hatte den Mann deswegen im Jahr 2011 unter anderem wegen Mordes in zwei Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellten die Richter eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen. Anwalt Strate, der unter anderem bereits das bayerische Justizopfer Gustl Mollath vertreten hatte, berief sich vor allem auf ein neues Gutachten, wonach auf der Tatwaffe kein selbstgebauter Schalldämpfer aus einer mit Bauschaum gefüllten PET-Flasche gewesen sein könne. Dies hatte das Gericht aufgrund von Spuren am Tatort angenommen. Eine Bauanleitung dafür soll der Verurteilte mit einem Firmen-PC aus dem Internet heruntergeladen haben. Ohne den selbstgebauten Schalldämpfer fällt aber laut Strate ein zentrales Indiz gegen seinen Mandanten weg.

Das Landgericht Kassel wird nun den Antrag prüfen. Dort würde auch gegebenenfalls der Fall neu verhandelt. lhe