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Schlachter Nach Corona-Ausbruch und Quarantäne beginnt der reguläre Betrieb in Birkenfeld wieder – unter strengen Hygieneauflagen / Kein Infektionsfall nachgewiesen

Müller Fleisch auf dem Weg zurück zur Normalität

Birkenfeld/Enzkreis.Der Rinder-Großschlachtbetrieb Müller Fleisch in Birkenfeld (Enzkreis) bei Pforzheim kehrt nach zweieinhalb Monaten Ausnahmebetrieb unter strengsten Quarantäne- und Hygienevorschriften nach einem Corona-Infektionsausbruch unter den Beschäftigten zum Normalbetrieb zurück. Nachdem nun auch die jüngste Testreihe in der vergangenen Woche keinen Infektionsfall unter den rund 1100 Beschäftigten des Unternehmens mehr ergab, kann auch der Werkverkauf wieder beginnen. Zudem gilt zumindest für Teile des Unternehmens kein Einstellungsstopp mehr. Die Arbeitsquarantäne, die den Mitarbeitern lediglich erlaubte, sich zwischen Arbeitsstätte und Wohnort zu bewegen, ist bereits seit dem 6. Juni aufgehoben.

Finanzierung unklar

Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) bezeichnete das infolge des Corona-Ausbruchs entwickelte Hygiene- und Betriebskonzept am Dienstag bei der Vorstellung der Corona-Teststrategie des Landes in Stuttgart als „vorbildlich“. „Das ist auch der Maßstab für die anderen Großbetriebe in Crailsheim oder Ulm“, sagte Lucha.

Ungeklärt ist unterdessen auch nach einem Treffen am Montag zwischen der Unternehmensleitung und dem Landrat des Enzkreises, Bastian Rosenau sowie dem Pforzheimer Oberbürgermeister die Frage, wer die Rechnung bezahlen muss. Für Quarantänemaßnahmen, Kontrollen, Unterbringung der infizierten Mitarbeiter sowie die Testreihen waren zuvor pro Woche Kosten von über hunderttausend Euro in Aussicht gestellt worden. In einem für Juli oder August geplanten Treffen der örtlichen Behörden und der Unternehmensleitung mit Lucha sowie weiteren Vertretern der Landesregierung soll darüber Einigung erzielt werden. Ein Unternehmenssprecher bestätigte unterdessen am Dienstag auf Anfrage die Bereitschaft des Betriebs, sich an den Kosten zu beteiligen.

Müller Fleisch hatte nach früheren Angaben von Co-Geschäftsführer Martin Müller, der zudem stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Fleischwirtschaft (VDF) ist, während der Pandemiemaßnahmen rund 20 Prozent weniger Rinder geschlachtet. Zudem hat der Betrieb angekündigt, Änderungen der Branche – etwa das von der Politik beschlossene Verbot von Werkarbeitsverträgen – mitzutragen.

Im April waren insgesamt 416 Mitarbeiter des Schlachtbetriebs positiv getestet worden und hatten den Betrieb damit landesweit mit zum größten Infektionsherd gemacht.

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