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Ausstellung Friedrichshafen beschäftigt sich mit Raubkunst

Museum prüft Werke

Archivartikel

Friedrichshafen.Raubkunst oder nicht? Mit der Herkunft der Kunstwerke in der Sammlung setzt sich von heute an das Zeppelin Museum in Friedrichshafen am Bodensee auseinander. Insgesamt sei die Provenienz von knapp 400 Werken untersucht worden, sagte gestern Museumsdirektorin Claudia Emmert. Als Raubkunst sei dabei bislang keines der Kunstwerke eingestuft worden. Allerdings sei die Herkunft von zwei Gemälden bedenklich – darunter auch das Werk „Blumenstrauß“ von Otto Dix (1891-1969).

Das Kunstwerk sei nachweisbar bis 1928 im Besitz des jüdischen Rechtsanwalts Max Strauss gewesen, dann aber erst rund 20 Jahre später in Prag wieder aufgetaucht, sagte die Provenienzforscherin des Museums, Fanny Stoye. Der Verbleib in den Jahren dazwischen sei ungeklärt. Das zweite Werk sei das Gemälde eines unbekannten Künstlers vermutlich aus dem Bodenseeraum, dessen Provenienz zwischen 1945 bis 1958 ebenfalls unklar sei. Bis Februar 2019 zeigt das Museum mehr als 40 Kunstwerke, die in der Ausstellung „Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand“ mit einem Ampelsystem gekennzeichnet sind: Grün steht für eine unproblematische Herkunft, Gelb für Lücken in der Geschichte, Orange ist bedenklich. lsw