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Sozialministerium Kampagne gegen Volkskrankheiten / Werbung in Arztpraxen und sozialen Medien

Nach der Impfung gibt’s ein Tattoo

Archivartikel

Wiesbaden.Die Comicfiguren „Spei“ und „Übel“ stehen im Videoclip des hessischen Sozialministeriums für Virus und Bazille. Die Bösewichte planen einen Überfall auf einen Bus, werden aber von dessen Firewall abgewehrt. Der Trickfilm ist nur ein Bestandteil der am Dienstag gestarteten Kampagne für mehr Impfschutz in Hessen. Als ihr Ziel nennt Sozialminister Kai Klose (Grüne), die bestehenden Impflücken zu schließen und damit zu verhindern, dass zum Teil schon vergessene Volkskrankheiten wegen wachsender Impfmüdigkeit der Bevölkerung wieder um sich greifen.

Quote muss 95 Prozent betragen

Die erste kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln im Kleinkindalter von elf bis 14 Monaten wird noch sehr gut angenommen. Laut einer Statistik des hessischen Sozialministeriums (Stand 2017) ist die Beteiligung bei 97,5 Prozent. Doch schon die Folgeimpfung für Zweijährige nehmen nur noch 93 Prozent der Kinder bei Mumps und 93,4 Prozent bei Masern und Röteln wahr. Experten sind sich einig, dass eine Quote von mindestens 95 Prozent für den Schutz der Bevölkerung benötigt wird. Auch bei den sonstigen Impfungen liegt man – teilweise deutlich – darunter. Nur 86 Prozent nehmen die zweite Varizellen-Impfung gegen Windpocken wahr. Bei der Polio-Schluckimpfung gegen Kinderlähmung sind es 94,7 Prozent.

Die Kampagne ist daher nach Kloses Überzeugung auch nach dem verabschiedeten Gesetz für eine Impfpflicht gegen Masern notwendig. Dieses sieht vor, dass Kinder und Betreuer ab März kommenden Jahres ohne einen entsprechenden Impfnachweis nicht in Kitas aufgenommen werden beziehungsweise dort arbeiten dürfen. „Firewall für den Körper“ ist die hessische Impfkampagne überschrieben, die sich im ersten Schritt vor allem an die künftigen Grundschulkinder und deren Eltern richtet.

Alle Altersgruppen angesprochen

Mit weiteren Modulen soll sie aber künftig auf alle Altersgruppen – von Jugendlichen bis zu Erwachsenen – ausgeweitet werden. Das Ministerium arbeitet dabei, so Klose, eng mit der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung zusammen. Schon bei der Schuleingangsuntersuchung soll der Impfschutz ein wichtiges Thema sein. Neben dem eingangs erwähnten Videoclip kommen noch Plakate – in Arztpraxen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen wie auch in öffentlichen Verkehrsmitteln – hinzu. Es schließen sich eine Homepage und weitere Informationsangebote sowie eine Präsenz in den sozialen Medien an. Außerdem wird es ein hautfreundliches und abwaschbares Tattoo für die Kinder nach dem Impf-Piks geben.