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Frankfurt Karl-Heinz Frank ist neuer Feuerwehr-Chef / Tauziehen um qualifizierte Arbeitskräfte bei den Brandwachen

Nachwuchs dringend gesucht

Frankfurt.Eine lange Einarbeitungszeit braucht der neue Frankfurter Feuerwehrchef Karl-Heinz Frank (Bild) nicht: Schließlich ist der 51-Jährige bereits seit 1995 bei der dortigen Feuerwehr, seit 2002 als stellvertretender Leiter. Zum 1. April übernahm er als Nachfolger von Reinhard Ries den Posten als Direktor der Branddirektion Frankfurt und ist Chef von rund 1200 Mitarbeitern. „Die geräuschlosesten Wechsel sind oft ja nicht die schlechtesten“, lächelt der neue Feuerwehrchef, der ursprünglich Forstwissenschaft studierte und auf Kontinuität setzen will.

Als international geschätzten und mit den Frankfurter Besonderheiten „besonders vertrauten Brandschutzexperten“ hatte schon der Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) seinen Namensvetter nach der Ernennung durch den Magistrat gelobt. „Die Besetzung der Amtsleitungsstelle der Frankfurter Branddirektion mit Karl-Heinz Frank ist die Gewähr dafür, diese große und wichtige Behörde der Gefahrenabwehr in unserer Stadt mit der gebotenen Kontinuität und fachlichen Expertise zu führen“, betonte er.

In seinen bisherigen Berufsjahren hat der neue Feuerwehrchef – nicht zuletzt als Abteilungsleiter für Einsatz und Ausbildung in den Jahren 2002 bis 2007 – die Veränderungen in der Frankfurter Feuerwehr ganz nah miterlebt und -gestaltet. Das hieß vor allem Dezentralisierung – mehr Feuerwachen mit weniger Personal an den einzelnen Standorten. Über das gesamte Stadtgebiet sind nunmehr zwölf Feuerwachen verteilt.

Härtere Anforderungen

„Die Wachen sind im Stadtgebiet so verteilt, dass die Fahrzeit pro Einsatz maximal fünf Minuten Fahrzeit betragen soll“, beschreibt Frank. Diesen Wechsel gelte es weiter zu verfestigen, etwa wenn in Frankfurt neue Stadtteile entstehen. „Unsere Einsatzplaner haben das frühzeitig auf dem Radar“, versichert Frank. Ein im vergangenen Jahr eingeführtes Dienstplanmodell mit 24-Stunden-Bereitschaftsschichten auf den Feuerwachen soll nicht nur gewährleisten, dass stets genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, sondern auch den vielen Pendlern entgegenkommen. „Für Pendler mit einem sehr langen Arbeitsweg ist das attraktiver“, sagt Frank. Er sieht die teilweise langen Anfahrtswege vom Wohnort zur Feuerwache allerdings nicht ausschließlich im Zusammenhang mit dem knappen und teuren Frankfurter Wohnungsmarkt. „Das ist kein unübliches Phänomen, das findet man in vielen Großstadtregionen deutschlandweit.“

Schwieriger ist es mittlerweile, geeigneten Nachwuchs zu finden –auch die Feuerwehr bleibt vom demografischen Wandel nicht verschont, hinzukommen die physischen Anforderungen an Bewerber. Da gebe es dann durchaus ein Tauziehen um qualifizierte Arbeitskräfte. „Früher mussten sich Bewerber präsentieren, heute konkurrieren die Dienststellen um Bewerber“, zieht der Feuerwehrchef Casting-Vergleiche. Leichter geworden ist die Arbeit nicht unbedingt, jedenfalls wenn es um Störer am Einsatzort geht. „Das Phänomen des Gaffens gibt es eigentlich schon sehr lange“, sagt Frank. „Aber die Häufigkeit, die Intensität und vor allem auch die Dreistigkeit haben gefühlt schon deutlich zugenommen.“ Immer wieder gebe es auch Übergriffe gegen Einsatzkräfte im Rettungsdienst oder gegen Feuerwehrleute. „Da gibt es leider keine schnell wirksamen Gegenmaßnahmen“, bedauert der Feuerwehrchef. Aktionstage wie vor wenigen Wochen in Frankfurt, mit denen gegen Übergriffe auf Retter Position bezogen werde, seien aber „das richtige Signal“.

In den vergangenen Monaten hatte die Frankfurter Feuerwehr gleich mehrere spektakuläre Einsätze, etwa den Brand des Goetheturms, aber auch mehrere Bombenentschärfungen mit dem Kampfmittelräumdienst. Mit der Aufklärung von Brandserien habe die Feuerwehr allerdings nichts zu tun. (Bild: dpa)