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Tourismus Frankfurt übergibt Ende September die rekonstruierten Häuserzeilen mit buntem Programm

Neue alte Stadt feiert Eröffnung

Archivartikel

Frankfurt.Auf dem Programm der Touristen, die derzeit die Mainmetropole besuchen, ist er längst ein absolutes „Muss“ – der Gang durch die wiederaufgebaute „neue Altstadt“ in Frankfurt. Ganz gleich, ob sie aus Deutschland oder dem Ausland kommen: Man „muss“ sie einfach gesehen haben, diese zum Teil in bester traditioneller Handwerkskunst rekonstruierten 15 und die 20 neuerbauten Häuser im Herzen der Stadt zwischen Dom und Römer.

So flanieren täglich hunderte Besucher fotografierend durch die engen Gassen mit den kleinteiligen Bauten, die einen Eindruck vermitteln, wie es hier im Mittelalter ausgesehen haben dürfte. Dort, wo 1944 Bomber der Alliierten fast alles in Schutt und Asche gelegt hatten, ist das Viertel nach Beseitigung des Bauzauns bereits seit Wochen ein Magnet. Dabei ist das am Ende zwischen 210 und 220 Millionen Euro kostende Großprojekt – die Grundsteinlegung war im Januar 2012 – noch gar nicht offiziell übergeben worden.

Das soll am letzten Wochenende im September (28. – 30.) mit einem aufwendigen Programm geschehen, das die Stadt gestern vorgestellt hat. Und auch hier lassen sich die Verantwortlichen der Bankenmetropole nicht lumpen. 1,5 Millionen Euro haben die 93 Stadtverordneten, die fast in Gänze den Wiederaufbau befürwortet hatten, für die bombastische Eröffnungsfeier in den Haushalt gestellt.

Feldmann zunächst skeptisch

Oberbürgermeister (OB) Peter Feldmann (SPD) und der Geschäftsführer der Tourismus+Congress GmbH, Thomas Feda, die den Ablauf der drei Tage erläuterten, rechnen mit 200 000 bis 250 000 Besuchern. Und die Menschen werden nicht nur aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet kommen, um das „umfängliche, spannende und facettenreiche Programm“ bei diesem „Jahreshöhepunkt Frankfurts“, so Feldmann, zu genießen. Und mitten in all dem Trubel wird sich der Oberbürgermeister bewegen, der von einem Zweifler („Ich war sehr skeptisch.“) zu einem fast schon glühenden Verfechter des Wiederausbaus mutierte. Mit Blick auf die Frankfurter sagte er: „Die Wucht, mit der die Menschen das angenommen haben, war rührend.“ Mittlerweile erweist er sich bei prominenten Besuchern sogar als kundiger Stadtführer. Da war es nur selbstverständlich, dass er gestern stolz auf das anspruchsvolle Programm hinwies, das auf dem Areal rund um die neue Altstadt, auf dem Römerberg und bis zum Mainufer Tausende Besucher anlocken und fesseln dürfte.

Auf zwei Bühnen werden zahlreiche Konzerte stattfinden und unter anderem Theaterstücke – wie zum Beispiel „Die Leiden des jungen Werther“ und „Szenen aus dem Urfaust“ – inszeniert. Am Freitag (17 Uhr) eröffnen Turmbläser vom Römerbalkon aus das Fest. Während dieser Zeremonie wird der Krönungszug aus dem Mittelalter nachempfunden, so wie er nach der Krönung der Kaiser im Dom und dem Gang zum Festmahl im Römer übermittelt ist.

Absolutes Highlight ist für den OB die „Sternenbilder – eine Symphonie für Frankfurts Altstadt“ genannte Choreographie, die mittels Drohnen an den Horizont „gemalt“ wird. Die aus einem Lichtspiel zu eigens komponierter Musik und gesprochenen Textpassagen gestaltete Inszenierung soll zu einer „Hommage an Frankfurt verschmelzen“, heißt es dazu.

Feldmann spricht bereits von einem einmaligen „Sternenzauber“ am nächtlichen Himmel. Beginn ist am Samstag um 21.45 Uhr. Dazu hoffen die Organisatoren auf gutes, trockenes Wetter. Und „natürlich“ wird es zum Einweihungsfest, so Tourismus-Chef Feda, auch den „Ochs‘ am Spies auf dem Römerberg“ geben, wie es an Krönungstagen Tradition war.