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Verkehr Mehr Menschen fahren unterirdisch durch Frankfurt

Neue Wagen verlängern U-Bahnen

Archivartikel

Frankfurt.Mit einem Kniff reagiert die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) auf steigende Fahrgastzahlen: Sie macht die Züge einfach länger. Dafür hat sie 22 neue Mittelteile für U-Bahnen bestellt, wie die VGF gestern mitteilte. Die neuen Wagen haben keine eigenen Fahrerstände; stattdessen werden sie kurzerhand zwischen die alten gespannt. So entstehen 75 bis 100 Meter lange Züge, die entsprechend mehr Menschen befördern können. Die Frankfurter Bahnsteige seien dafür bereits lang genug, erklärt die VGF.

„An der Infrastruktur müssen wir nichts mehr machen“, sagte Geschäftsführer Matthias Rüffer. „Wir können mit diesen Fahrzeugteilen die Kapazität unserer Züge wesentlich erhöhen, ohne zusätzliche Fahrzeug-Verbände einsetzen zu müssen“, sagte Rüffer weiter. Auch die Abfertigung am Bahnsteig werde dank eines eingebauten Durchgangs zwischen den Wagen schneller gehen.

Kosten bei etwa 170 Millionen Euro

Die U-Bahn-Erweiterung ist Teil einer größeren Beschaffungsinitiative im Frankfurter Nahverkehr. Damit reagiert die VGF auf steigende Fahrgastzahlen. Bereits im Juni hatte die Gesellschaft bekanntgegeben, 43 neue Straßenbahnen anzuschaffen. Die Kosten für die Initiative: rund 170 Millionen Euro. Wie viel davon auf die U-Bahn-Mittelteile entfällt, wolle man „aus Wettbewerbsgründen“, nicht sagen, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Ein Teil des Geldes wird aber in jedem Fall an den Fahrzeughersteller „Bombardier Transportation (BT)“ gehen, der auch schon die bestehenden U-Bahnwagen gefertigt hatte. Bleibe man beim selben Hersteller, sei rechtlich keine neue Ausschreibung des Auftrags nötig, erläutert Oesterling. Die neuen Mittelteile sollen nun ab März 2020 bis ins Frühjahr 2021 geliefert werden.

Elektrobusse eingesetzt

Dass das so vergleichsweise schnell gehen werde, sei auch notwendig, sagte Oesterling weiter. In den letzten 20 Jahren seien die Fahrgastzahlen um 48 Prozent gestiegen. Für ein normales Wachstum sei man nun bis ins nächste Jahrzehnt hinein gerüstet. „Nicht gerüstet sind wir für plötzliches Wachstum im Nahverkehr, zum Beispiel durch das Dieselfahrverbot“, sagte Oesterling weiter. Daher begrüße er den Einspruch, den die Landesregierung gegen das neue Gesetz eingelegt hat. „Wir sind natürlich nicht gegen saubere Luft, aber in den Übergangsfristen, die der Entwurf vorgibt, ist das nicht zu machen.“ Kritik am Umweltbewusstsein des Frankfurter Nahverkehrs wies Oesterling zurück. „Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember sind wir die erste und einzige Stadt in Hessen, die E-Busse im Linienverkehr einsetzt. Dafür möge man uns gern kritisieren.“ lhe