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Internetkriminalität Präsident des LKA warnt vor Rückstand

Neue Ziele für Straftäter

Archivartikel

Stuttgart.Die Polizei darf sich aus Sicht des Präsidenten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Ralf Michelfelder (Bild), im Internet nicht von Verbrechern abhängen lassen. „Immer mehr Kriminalität verlagert sich in den virtuellen Raum“, sagte Michelfelder in Stuttgart. Die Digitalisierung biete ganz neue Angriffsziele für Straftäter. Problematisch seien vor allem immer größere Datenberge, mit denen die Ermittler konfrontiert seien. „Meine größte Sorge ist, dass wir die entscheidenden Informationen haben, aber sie nicht rechtzeitig finden.“

Für den Kampf gegen Verbrecher im Netz hält er die Vorratsdatenspeicherung für zwingend notwendig. „Wir haben in Deutschland keine Rechtslage, was die Speicherung von Verbindungsdaten anbelangt“, kritisierte er in Stuttgart. „Für mich ist das unverständlich. Das ist, wie wenn man an jedem Auto das Kennzeichen abschraubt – so bewegt man sich im Internet.“ Er spricht von einem Missstand und einem ernsten Problem.

Präventive Wirkung

Michelfelder sagte, er verspreche sich neben Ermittlungserfolgen auch eine deutliche präventive Wirkung von einer solchen Speicherung der Daten – wenn der potenzielle Täter glaubt, dass die Spur zu ihm verfolgt werden kann. In Deutschland ist die Vorratsdatenspeicherung – also die anlasslose Speicherung von Daten, die bei der Nutzung von Kommunikationsnetzen erzeugt werden – aufgrund mehrerer Gerichtsentscheide in der Praxis ausgesetzt. Das Thema ist aber seit Jahren umstritten. lsw (Bild: dpa)

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