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Messerattacke Anklage wegen versuchten Mordes

Neun weitere Zeugen im Prozess gegen jungen Mann

Darmstadt.Der Prozess gegen einen minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan wegen versuchten Mordes ist gestern in Darmstadt fortgesetzt worden. Dem 2015 allein nach Deutschland eingereisten Asylbewerber wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin bei einem verabredeten Treffen kurz vor Heiligabend 2017 mit zahlreichen Messerstichen lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke aus. Nur eine Notoperation konnte das Leben der damals 17 Jahre alten Marokkanerin retten. Der Prozess ist wegen des Alters des Angeklagten nicht öffentlich.

Die Jugendkammer des Landgerichts hatte gestern neun Zeugen geladen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ob sich der Angeklagte am zweiten Verhandlungstag äußerte, war nach den Worten seines Anwalts zunächst unklar. Wenn er als Jugendlicher verurteilt wird, drohen ihm nach dem Gesetz sechs Monate bis zehn Jahre Haft.

Am ersten Verhandlungstag am vergangenen Freitag waren laut Staatsanwaltschaft bereits zwölf Zeugen gehört worden. Auch das inzwischen 18 Jahre alte Opfer hatte nach Gerichtsangaben ausgesagt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte heimtückisch gehandelt habe mit der Absicht, das Mädchen zu töten. Mit einem sieben Zentimeter langen Messer habe er auf sie eingestochen. Nach dem Angriff sei er geflüchtet und davon ausgegangen, dass das Mädchen sterben werde. Passanten fanden die lebensgefährlich Verletzte. Der mutmaßliche Täter wurde kurz darauf festgenommen und sitzt seither in U-Haft. dpa