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Rassismus-Vorwürfe

Oberbürgermeister bereut Aussage

Tübingen.Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat seine Äußerungen über einen dunkelhäutigen Radfahrer als Fehler bezeichnet. Er räumte ein „Kommunikationsdesaster“ ein und fürchtet um seine Wiederwahl. „Ich bin seit zehn Jahren Oberbürgermeister von Tübingen. Und jetzt bin ich zum ersten Mal der Meinung, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, würde ich sie verlieren“, sagte er gestern im Interview mit dem Onlineportal „FAZ.NET“.

Die Grünen im Landkreis und in der Stadt Tübingen hatten Palmers Aussagen als rassistisch kritisiert. Er trage zur Spaltung der Gesellschaft bei, hatte die SPD-Gemeinderatsfraktion in Tübingen kritisiert. Palmer hatte sich bei einer Veranstaltung der „Südwest Presse“ in Ulm Ende April über einen wohl rüpelhaften Radfahrer mit dunkler Hautfarbe aufgeregt, der ihm begegnet war. In einer Facebook-Diskussion zur Frage, warum er die Hautfarbe genannt habe, schrieb er der „Südwest Presse“ zufolge: „Weil der Typ mit nacktem Oberkörper, Kopfhörer und einer unglaublichen Dreistigkeit um die Leute rum gekurvt ist. Das gehört sich für niemand und für einen Asylbewerber schon dreimal nicht.“ Kritiker warfen ihm vor, er habe von der Hautfarbe eines Radfahrers auf einen Asylbewerber geschlossen.