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Katholische Kirche Der neue Fuldaer Hirte Michael Gerber bezieht ein Nebengebäude des denkmalgeschützten Bischofshauses

Ohne Luxus, aber mit höherer Tür

Fulda.Kein Prunk, kein Protz – und vor allem keine Wellness-Badewanne: Der neue Fuldaer Bischof Michael Gerber verzichtet in seinem künftigen Wohnhaus neben dem ursprünglichen Bischofssitz auf Luxus. „Es ist eine Wohnung ohne große Extras“, sagte Diözesanbaumeister Martin Matl gestern in Fulda bei einer Baustellen-Begehung anlässlich der bald abgeschlossenen Sanierung des Bischofshauses. Die Kosten, um das denkmalgeschützte Gebäude aus der Barockzeit auf Vordermann zu bringen, betragen 1,65 Millionen Euro, wie das Bistum mitteilte.

„Badewanne nicht zeitgemäß“

In dem Haus, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, wird Bischof Gerber im Gegensatz zu seinen Vorgängern aber nicht wohnen. Das Gebäude – Nutzfläche 890 Quadratmeter – soll künftig dienstlich genutzt werden; Es soll ein Ort der Begegnung werden, mit Büros für Organisation und Kommunikation. Dort werden Bischof Gerber, der am 31. März in sein Amt eingeführt wird, sowie Weihbischof Karlheinz Diez samt weiterer Gehilfen tätig sein. In wenigen Tagen sollen die Innenarbeiten der Sanierung weitgehend abgeschlossen werden. „Aktuell wird hier noch mit Hochdruck gearbeitet“, sagte Matl gestern, während an der Decke eines großen Saals der Stuck ausgebessert wurde.

Bischof Gerber wird in ein weniger spektakuläres Nebengebäude rechts vom Bischofshaus einziehen, wenn es fertig renoviert ist. Dort steht dem Geistlichen aus dem Erzbistum Freiburg eine 86 Quadratmeter große Wohnung zur Verfügung. „Er bringt sein eigenes Mobiliar mit“, sagte Matl. Im Badezimmer gebe es noch nicht mal eine Badewanne, verriet der Projektleiter des Bistums, Alfred Storch. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, begründete er. Die Luxus-Badewanne war vor einigen Jahren der Inbegriff der ausschweifenden Finanz-Planungen des ehemaligen Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst für sein Bischofshaus.

Sanierung seit Sommer 2018

Ganz ohne Sonderausstattung kommt aber auch der neue Fuldaer Bischof nicht aus. Seine Wohnungseingangstür wird von 1,90 auf 2,05 Meter erhöht. Denn Gerber ist ein großer Mann und misst 1,92 Meter. Bis er in zweiten Jahreshälfte in sein eigentliches neues Domizil einziehen kann, wohnt er übergangsweise im Bischofshaus – auf nur rund 50 Quadratmetern, wie Storch sagte.

Das Bischofshaus wird seit dem Sommer 2018 grundlegend saniert. Neben der Dachsanierung und dem Neuaufbau der Haustechnik, die teilweise noch aus den 1950er gestammt habe, sind denkmalpflegerische Arbeiten an den Stuckdecken sowie an Holz- und Steinoberflächen gemacht worden. „Jetzt läuft der Endspurt. Bis der neue Bischof kommt, soll alles weitgehend fertig sein“, sagte Storch.