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SPD Nordhesse Michael Roth will Bundesvorsitzender werden

Ohne Scheu an die Parteispitze?

Archivartikel

Wiesbaden.Nach dem angekündigten Rückzug von Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wurde Michael Roth noch als möglicher Gegenkandidat von Nancy Faeser für den Landesvorsitz genannt. Davon ist längst keine Rede mehr, Faeser ist inzwischen einstimmig als Nachfolgerin des im September scheidenden Parteichefs nominiert worden. Doch der Staatsminister für Europafragen im Auswärtigen Amt tritt jetzt für ein höheres Amt an: Im Team mit der ehemaligen nordrhein-westfälischen Bildungsministerin Christina Kampmann hat sich Roth als Bewerber für den Vorsitz der Bundespartei angemeldet.

Fünf Erfolge im Wahlkreis

Wie groß die Chancen sind, wird davon abhängen, wer sich bis September noch als Bewerber meldet und welches politische Gewicht diese Konkurrenten in die Waagschale werfen. Nancy Faeser, die 2014 Nachfolgerin Roths als hessische SPD-Generalsekretärin wurde, begrüßt seine Kandidatur. „Die Kandidatur von Christina Kampmann und Michael Roth ist ein Beleg dafür, dass wir nun in einen Wettstreit der Ideen für die Zukunft der SPD eintreten“ sagte sie am Mittwoch. Roth habe bereits in seiner Amtszeit als Generalsekretär der Hessen-SPD bewiesen, „dass er sich nicht davor scheut, Verantwortung in schwierigen Zeiten zu übernehmen, und eine Partei auch einen kann“.

Wahlerfolge kann der 48-jährige Nordhesse vorweisen: Fünf Mal hat Roth seinen Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg seit 1998 bei Bundestagswahlen direkt gewonnen. 2012 hat er sich mit seinem langjährigen Freund offiziell verpartnert und einen Segnungsgottesdienst in der Stiftskirche in Rothenburg an der Fulda gefeiert. In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist er auch als Synodaler engagiert. kn