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Wälder Rußrindenkrankheit breitet sich in Hessen aus

Pilzbefall bei Tausenden Bäumen

Archivartikel

Lich/Kassel.Etwa 30 000 Ahornbäume werden derzeit im mittelhessischen Lich gefällt, weil sie mit einem Pilz infiziert sind. In diesem Ausmaß sei der Befall mit der Rußrindenkrankheit neu, sagte Christian Raupach, der geschäftsführende Direktor des Hessischen Waldbesitzerverbandes, gestern. „Die Situation kam für uns völlig unerwartet.“ Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Auch einzelne Ahornbäume in Offenbach oder Bad Nauheim sind betroffen. In Lich (Kreis Gießen) sind nach Angaben der Stadt etwa 20 Hektar mit rund 30 000 Bäumen befallen, die in den kommenden Wochen abgeholzt und entsorgt werden müssen. Die Situation sei „bedrückend“, sagte Revierleiter Jörg Heßler. Der Schaden werde voraussichtlich im sechsstelligen Bereich liegen. Das Holz könne kaum verwertet werden.

Parks gesperrt

Bei der in Deutschland erstmals vor einigen Jahren aufgetretenen Baumkrankheit reifen unter der Rinde der Ahornbäume die Pilzsporen heran. Sie bilden eine dunkle Schicht, die wie Ruß aussieht. Später reißt die Rinde auf und blättert ab. Der Baum kann unwiderruflich geschädigt werden und absterben. Die Sporen verteilen sich in der Luft und können bei Menschen Atemwegsprobleme verursachen. Deshalb wurde das betroffene Waldstück in Lich (Hardtberg) gesperrt.

Auch der Schlosspark Rumpenheim (Offenbach) sowie Teile des Goldsteinparks (Bad Nauheim) können derzeit nicht betreten werden. „Wir stehen vor dem Problem, dass wir nur bedingt auf die Rußrindenkrankheit reagieren können“, erläuterte André Schulenberg vom Landesbetrieb Hessenforst in Kassel. „Wir können nur zuschauen.“ lhe