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Kriminalität Jede Streife soll künftig über eine Schulterkamera verfügen, um sich besser vor Angriffen zu schützen

Polizei bekommt 400 weitere Bodycams

Wiesbaden.Um hessische Polizisten besser vor Angriffen zu schützen will das Innenministerium die Beamten mit 400 weiteren Bodycams ausstatten. Das kündigte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden an. Der Polizei stehen somit künftig insgesamt 700 kleine Schulterkameras zur Verfügung, die bei Einsätzen getragen werden, um brenzlige Situationen dokumentieren zu können.

„Schreckt Aggressoren ab“

„Die Attacke in Dietzenbach und die Ausschreitungen in Stuttgart sind jüngster Beleg einer hemmungslosen Gewalt, die leider immer wieder Einsatzkräften zuteilwird“, erklärte Beuth. „Diese Entgrenzungen müssen für uns alle ein Weckruf sein.“ Alleine in Hessen seien im vergangenen Jahr mehr als 4000 Polizisten im Dienst Opfer eines Übergriffs geworden.

„Künftig wird jede Streife über eine Schulterkamera verfügen, die dann je nach Einsatzlage genutzt werden kann“, kündigte Beuth an. „Unsere jahrelangen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Bodycam zu einer Deeskalation von Kontrollmaßnahmen beiträgt und potenzielle Aggressoren abschreckt.“

Der Innenminister betonte in der Debatte im hessischen Landtag, dass die Polizisten wegen der hohen Belastungen keinen gewöhnlichen Beruf ausübten, sondern dieser für die Beschäftigten eher eine Berufung sei. Nach den Vorkommnissen von Stuttgart gehe es nun nicht um Strafverschärfungen. Zum Schutz der Polizeibeamten müsse aber trotzdem deutlich gemacht werden, dass Angriffe auf Einsatzkräfte hart bestraft werden müssen.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Klaus Herrmann, forderte, Polizeikräfte auf Hinterhalte vorzubereiten und speziell für solche Fälle auszurüsten. Dabei sollten die Beamten auch auf Taser und gummigeschosstaugliche Waffen zurückgreifen können. lhe