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Diskussion Einsätze in Kassel und Frankfurt Thema im Internet

Polizei nach Videos in der Kritik

Archivartikel

Frankfurt.Gleich zwei Videos zu Polizeieinsätzen in Hessen haben in den sozialen Netzwerken für Diskussionen gesorgt. In beiden Fällen – einem nächtlichen Einsatz in der Frankfurter Innenstadt am Wochenende und einem Einsatz bei einer Anti-Rechten-Demonstration in Kassel eine Woche zuvor – will die Polizei überprüfen, ob das Vorgehen der Beamten angemessen war. Die Amateur-Videos waren jeweils von Umstehenden gefilmt und ins Netz gestellt worden.

Zuletzt hatte der Clip vom Polizeieinsatz am Samstagmorgen auf der Frankfurter Zeil die Runde gemacht. Das Video zeigt, wie ein Beamter einen Mann gegen eine Hauswand drückt und ihm mit den Knien in die Magengegend tritt. Die Bilder zeigen zudem den Einsatz von Pfefferspray gegen weitere Männer. Im Netz hat das Video für heftige Kritik gesorgt.

Erst wenige Tage zuvor war auch ein Video von einem Polizeieinsatz bei einer Demonstration am 20. Juli in Kassel aufgetaucht. In dem knapp zweieinhalbminütigen Clip ist unter zu sehen, wie ein Polizist auf der Straße sitzende Demonstranten mit Pfefferspray besprüht. „Der Einsatz von Pfefferspray ist streng an rechtliche Voraussetzungen gebunden“, teilte der Sprecher des hessischen Innenministeriums am Freitag mit.

Innenministerium prüft Fälle

Es werde nun geprüft, ob der Einsatz des Sprays in dieser Situation gerechtfertigt gewesen sei. Der Sprecher des Innenministeriums betonte am Sonntag, dass die Videos in beiden Fällen nur Teile des Gesamtgeschehens zeigten. So werde beispielsweise nicht deutlich, welche Situationen den Szenen aus den Clips vorangegangen seien. „Da gilt es auch, die Aussage der beteiligten Polizisten abzuwarten“, sagte er. Inzwischen hat der Linke-Abgeordnete Torsten Felstehausen Strafanzeige gegen die beteiligten Beamten gestellt. lsw