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Dannenröder Forst Weiterbau der Autobahn 49 sorgt für Proteste und Großeinsätze in Mittelhessen

Polizei rechnet mit verschärfter Lage

Archivartikel

Wiesbaden.Hessens Landespolizeipräsident Roland Ullmann geht davon aus, dass die Proteste gegen den Weiterbau der mittelhessischen Autobahn 49 wieder an Fahrt aufnehmen. „Wir rechnen damit, dass sich die Lage im Dannenröder Forst verschärfen wird“, sagte er in Wiesbaden. „Wir bereiten uns intensiv auf die zweite Phase vor, wo es dann um den Dannenröder Forst an sich geht.“ Ullmann rechnet mit Störerinnen und Störern, die Gewalt als legitimes Mittel ansähen. „Wir werden weiter darauf setzen, dass die Situation nicht eskaliert, aber wir werden auch immer konsequent einschreiten, sobald Straftaten begangen werden“, kündigte Ullmann an.

Für den Weiterbau der A49 sollen mehrere Hektar Wald, darunter in einem Teil des Dannenröder Forsts bei Homberg (Ohm), gerodet werden. Gegner lehnen den geplanten Lückenschluss der Autobahntrasse aus Klima- und Umweltschutzgründen ab, Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Anbindung.

Ullmann zog eine positive Bilanz zum bisherigen Polizeieinsatz bei den Protesten. „Es ist ein schwieriger Einsatz und ein Kraftakt für die Polizei, aber ich bin zufrieden mit der ersten Phase“, sagte der Landespolizeipräsident. Es sei gut gelungen in zwei Waldstücken die Rodungsarbeiten abzusichern, „trotz des großen Spannungsfeldes, mit dem wir es da zu tun haben – zwischen friedlichem Protest und Menschen, die massive Gewalt gegen Polizisten ausüben“. Zuletzt seien bis zu 2000 Polizisten eingesetzt worden.

Großeinsätze wie der im Dannenröder Forst oder auch jüngst beim Castor-Transport seien in Corona-Zeiten eine besondere Herausforderung, erklärte Ullmann. Um die Kollegen vor einer Infektion zu schützen, hätten beispielsweise die einzelnen Einsatzgruppen keinen Kontakt zueinander. „Es gibt sehr detaillierte Regelungen, wie Verpflegung ausgegeben wird und übernachtet wird grundsätzlich in Einzelzimmern“, erläuterte er.

Intensive Corona-Maßnahmen

Corona beschäftige die Beamten auch in der täglichen Arbeit. „Wir wollen ja die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen schützen und die Funktionsfähigkeit der Polizei erhalten“, sagte Ullmann. Mit einem Hygienekonzept sollen Infektionen vermieden werden. „Selbstverständlich tragen die Kolleginnen und Kollegen im Einsatz Masken und wir haben weiteres Schutzmaterial wie Anzüge oder Handschuhe.“ Im Gesamtverhältnis zur Personalstärke sei bislang nur eine geringe Zahl von Polizisten positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Die Einsatzfähigkeit der hessischen Polizei ist gewährleistet.“ lhe