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Schlüsseldienste Unseriöse Anbieter treiben ihr Unwesen

Polizei warnt Verbraucher vor Abzocke

Mainz.Eine aus Versehen verschlossene Haustür kann für Betroffene zu einer teuren Angelegenheit werden. Denn in Rheinland-Pfalz treiben nach Einschätzung von Polizei und Verbraucherschützern unseriöse Schlüsseldienste ihr Unwesen. Die verlangen für ihren fragwürdigen Service Preise fernab des Normalen.

Es gebe seit Jahren zahlreiche Beschwerden, sagte der Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz, Christian Gollner. „Die verlangten Preise stehen in keinerlei Verhältnis zur erbrachten Leistung. Da werden Fantasiepreise verlangt.“ Die Masche sei stets die gleiche. Die Notsituation der Menschen werde ausgenutzt, sie würden an der Tür unter Druck gesetzt und sollten sofort bar oder mit EC-Karte zahlen.

Mehr als 1000 Euro Kosten

Während der durchschnittliche Preis für eine Türnotöffnung in Rheinland-Pfalz einer Umfrage der Verbraucherzentralen zufolge zwischen 50 und 100 Euro sowie am Wochenende zwischen 70 und 250 Euro liegt, werden laut Gollner bei unseriösen Anbietern bis zu 700 Euro verlangt, bei einem kompletten Austausch eines Schlosses sogar mehr als 1000 Euro. Material werde unnötig teuer abgerechnet und es würden unnötige Arbeiten verrichtet.

Wie viele solcher Fälle von Wucher es im Land gibt, lässt sich nicht sagen. Denn laut Landeskriminalamt (LKA) wird dieses Vorgehen in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht als eigenes Phänomen erfasst. Das Polizeipräsidium Westpfalz spricht in seiner Region etwa von elf bekannten Fällen seit August vergangenen Jahres.

Gängig sei, dass Betroffene eine im Internet stehende Telefonnummer – etwa eine kostenfreie 0800er-Nummer – anriefen und dann in einem Callcenter landeten, erklärte Sprecherin Christiane Lautenschläger in Ludwigshafen. Von dort werde ein Schlüsseldienst geschickt, der dann „exorbitante Summen“ verlange und damit drohe, sonst die Tür einfach wieder zu verschließen. „Die meisten Opfer zahlen dann knurrend den geforderten Betrag, um wieder in ihre vier Wände zu kommen.“ lrs