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Mordversuch Ehemann Überdosis Insulin gespritzt

Polizistin gesteht die Tat

Tübingen.Unter strengen Auflagen hat der Prozess gegen zwei Polizistinnen wegen versuchten Mordes vor dem Tübinger Landgericht begonnen. Die 40-jährige Mutter zweier Kinder gestand zum Auftakt am Freitag, ihrem Ehemann in der gemeinsamen Reutlinger Wohnung Insulin gespritzt zu haben, um ihn zu töten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr und einer 42 Jahre alten Kollegin versuchten Mord vor – im Februar hätten sie den Mann, ebenfalls ein Polizeibeamter, vergiften wollen. Laut Anklage soll die diabeteskranke 42-Jährige ihrer Kollegin und Vertrauten vorgeschlagen haben, dem 52-Jährigen eine Überdosis Insulin zu verabreichen. Das den Blutzucker senkende Medikament kann dem Arzt und Gerichtsgutachter Peter Winckler zufolge in hoher Dosierung für jeden Menschen lebensbedrohlich wirken. Die Ehefrau gab die Injektion als heilungsfördernde Vitaminspritze aus.

Beziehungsprobleme als Motiv

Die 40-Jährige nannte Eheprobleme als Motiv. Ihr Mann habe mit Trennung gedroht, sie aus der Wohnung werfen und ihr die Kinder entziehen wollen. Seine Beschimpfungen und Erniedrigungen habe sie nicht mehr ausgehalten. Zudem fühlte sich die in Teilzeit Tätige überfordert, weil sie sich allein um Haushalt, Auto, Kinder und Schule habe kümmern müssen. „Das ist mir zu viel geworden“, sagte sie. Das Insulin soll ihre Kollegin per Dienstpost bei der Polizei Esslingen verschickt haben. lsw

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