Länder

„NSU 2.0“ Computerabfragen können besser verfolgt werden

Prüfung möglich

Archivartikel

Wiesbaden/Rostock.Eine bessere Nachverfolgung von Abfragen an Polizeicomputern ist nach Aussage eines IT-Experten technisch ohne weiteres möglich. Diese Frage beschäftigt die Ermittler bei der „NSU 2.0“-Drohschreibenserie. Dabei waren persönliche Daten von Empfängerinnen der Schreiben von hessischen Polizeicomputern aus abgefragt worden, ohne das direkt klar ist, welcher Beamte am Bildschirm saß. Es sei bei Datenbanksystemen aber bereits seit Jahrzehnten Standard, dass sich Nutzer in kürzester Zeit neu einloggen können, sagte der Informatik-Professor Andreas Heuer der Deutschen Presse-Agentur von der Universität Rostock. Damit sei problemlos eine lückenlose Dokumentation möglich, wer welche Informationen abgefragt habe. Bei den Ermittlungen zur „NSU 2.0“-Drohschreibenserie war unter anderem bekannt geworden, dass in Polizeistationen oft mehrere Beamte einen Computer nutzen – ohne den Account zu wechseln. Bei einer womöglich illegalen Abfrage ist es daher im Nachhinein kaum nachzuvollziehen, welcher Polizist tatsächlich am Computer saß. dpa