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Unterhaltung In der neuen Netflixserie „Skylines“ aus Frankfurt geht es um die Träume eines Musikproduzenten

Rapper, Drogen und Banken-Türme

Archivartikel

Frankfurt.Der eher sensible Junge aus gutem Haus hat mit der Street Credibility von harten Rappern eher wenig gemeinsam. Doch Jinn (Edin Hasanovic), eine der Hauptfiguren der neuen Netflix-Serie „Skylines“, die an diesem Freitag startet, hat Rhythmus im Blut und denkt in Beats. Als er das Angebot bekommt, als Produzent beim Label Skyline-Records einzusteigen, muss er nicht lange überlegen. Auch die Loyalität zu seinem rappenden und mäßig erfolgreichen Kumpel ist schnell zweitrangig. Da entwickelt Jinn einen ähnlichen Ehrgeiz wie sein Vater, den er als geldgierigen und statusbewussten Banker verachtet.

Musik in Form von Hip Hop und Rap spielt nicht nur die Hauptrolle im Leben von Jinn, sondern auch in der Serie. Das zeigt sich schon bei der Besetzung: Die Künstler Azzi Memo, Booz, Nimo und Olexesh sind als Rapper zu sehen, außerdem spielen zum Beispiel Azad, MC Bogy und Nura sich selbst. Schauspieler Murathan Muslu in der Rolle des Skyline-Mitinhabers Kalifa kann da durchaus mithalten.

Schnelle Kamerafahrten zwischen den Straßenschluchten der Frankfurter City, das Glitzern der Bürotürme, schmuddelige Ecken im Bahnhofsviertel und das Elend der Junkies – „Skylines“ bringt Frankfurt-Klischees und Frankfurter Realität zusammen. Geld und Insidergeschäfte, Drogen und organisiertes Verbrechen, Liebe, Ehrgeiz und Loyalität in einer schnelllebigen Stadt prägen die sechs Folgen, die am Ende mit mehreren Cliffhangern neugierig auf mehr machen.

Die Frankfurter Skyline (Hochhaussilhouette) war auch für manchen der Darsteller Inspiration: „Ich habe es sehr genossen, entlang der Skyline am Main entlang zu gehen, um meine Texte zu lernen“, so Yildiz. Baumeister wiederum war vor allem von der Ambivalenz der Mainmetropole beeindruckt. „Man spürt die auseinanderklaffende soziale Schere so deutlich wie in kaum einer anderen Stadt.“ Das galt ganz besonders für die Drehs im Bahnhofsviertel: „Wir waren um 3 Uhr morgens auf der Crackmeile. Es war schon sehr absurd, neben der Methadonausgabestelle zu drehen und die Abhängigen kamen in dem Moment nicht an ihre Utensilien heran.“

Seitenhieb in Richtung Offenbach

Lokale Befindlichkeiten wie das Ba-shing der Nachbarstadt Offenbach wurden dabei durchaus berücksichtigt, etwa wenn sich eine Mitarbeiterin Kalifas über den zunehmenden Einfluss von Kalifas Bruder Ardan und seinen Leuten in der Firma empört: „Ich dachte, die Zeiten, in denen wir uns mit solchen Typen abgeben müssen, sind vorbei. Da hätten wir gleich in Offenbach bleiben können.“