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Landwirtschaftliche Woche Bauern fordern mehr Rückhalt

Rauer Empfang für Ministerin

Baunatal/Wiesbaden.Treckerdemo und direkte Kritik – Hessens Bauern haben Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf der Landwirtschaftlichen Woche in Baunatal (Nordhessen) einen rauen Empfang bereitet. Sie wendeten sich gegen die Agrarpolitik, die wegen des Umweltschutzes oft zulasten der Landwirte gehe. „Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems“, sagte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes, am Montag.

Hinz ist auch für die hessische Landwirtschaft zuständig. Doch aus Sicht der Bauern liegt ihr Schwerpunkt anders: „Beim Umwelt- und Klimaschutz ist sie meist an der Spitze der Bewegung und plädiert für Verschärfungen“, so Schmal. Er forderte, dass Hinz den Landwirten mehr den Rücken stärke.

Abschuss von Wölfen gefordert

Die Bauern kritisierten vor allem die in Arbeit befindliche Verschärfung des Düngeverbotes. „Der wunde Punkt sind die sogenannten roten Gebiete und die dort geltenden Einschränkungen bei der Stickstoffdüngung“, erklärte Schmal. Sie beträfen etwa ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche und müssten verringert werden. Eine pauschale Reduzierung der Düngung dort von 20 Prozent unter dem Pflanzenbedarf sei fachlich nicht zu begründen.

Zudem forderte Schmal den Abschuss von Wölfen: „Für Mensch und Tier gefährliche und verhaltensauffällige Wölfe müssen schnell entnommen werden.“ Die Raubtiere dürften keinen höheren Stellenwert haben als Schafe, Ziegen und Rinder. „Es ist klar, dass der Wolf zurückkehrt und wir neu lernen müssen, mit ihm zu leben“, so Hinz. Das Problem sei eher, dass Schaf- und Ziegenhalter generell für ihre Arbeit zu wenig Geld bekämen. Das Land werde sich für eine bundesweite Weidetierprämie einsetzen – oder sie in Eigenregie schaffen. Die nächste Konfrontation zum Thema ist schon in Sicht: Am Mittwoch wollen Weidetierhalter in Wiesbaden gegen den Umgang mit Wölfen protestieren.

Die Landwirtschaftliche Woche findet noch bis Mittwoch in Baunatal statt. Dabei diskutieren Politiker, Bauern und Agrarexperten über Landwirtschaftsthemen. lhe