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Bauverwaltung 2017 investierte Land 840 Millionen Euro

Rekordsumme in Sanierung gesteckt

Archivartikel

Stuttgart.Mit knapp 840 Millionen Euro hat das Land Baden-Württemberg im vergangenen Jahr so viel Geld in den Unterhalt und die Sanierung der landeseigenen Gebäude gesteckt wie noch nie. Neues Dach, neue Fenster, frischer Putz, neue Leitungen – jeder Hausbesitzer kann ein Lied davon singen, welche Summen laufende Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an den eigenen vier Wänden verschlingen. Das ist beim größten Immobilienbesitzer im Südwesten, dem Land Baden-Württemberg, nicht anders – erreicht aber ganz andere Dimensionen: Eine Milliarde Euro pro Jahr, hat das Finanzministerium ausgerechnet, ist im Schnitt als „grundständige Summe“ nötig, um die rund 8000 Gebäude im Landesbesitz in Schuss zu halten.

Sondertopf zur Verfügung

Mit einer Investition von 840 Millionen Euro im Jahr 2017 und für 2018 vorgesehenen 850 Millionen ist das Land auf dem Weg dazu, diese Marke zu erreichen. Für das Jahr 2019 sind im laufenden Doppelhaushalt bereits 950 Millionen vorgesehen. Damit haben sich die Investitionen innerhalb der letzten fünf Jahre fast um zwei Drittel erhöht – 2013 waren es noch knapp 590 Millionen Euro. Dies sagten Finanz-Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) und Raphaela Sonnentag, Vize-Chefin des Landesbetriebs Vermögen und Bau, gestern bei der Präsentation des Geschäftsberichtes 2017 der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung in Stuttgart.

Zusätzlich hat das Land für die Haushaltsjahre 2018 und 2019 einen Sondertopf von 765 Millionen Euro an Sanierungsmitteln zur Verfügung gestellt, um bei der Sanierung und dem langfristigen Werterhalt der Landesliegenschaften einen deutlichen Schwerpunkt zu setzen. Der Gesamtumsatz der Vermögens- und Hochbauverwaltung lag 2017 bei rund 1,8 Milliarden Euro. Die Liegenschaften des Landes – also Büro- und Verwaltungsgebäude, aber auch Hochschulgebäude, Schlösser oder Burgruinen – erstrecken sich auf zwölf Millionen Quadratmeter. Das entspreche der Fläche einer mittleren Großstadt. Bei Sanierungen wurden 2017 zudem über energetische Maßnahmen Kosten in der Größenordnung von drei Millionen Euro beim Strom sowie von rund einer Million Euro bei der Wärmeenergie eingespart, so Splett.

Kostenentwicklung macht Sorgen

Sorge bereitet dem Land jedoch die Kostenentwicklung in der Baubranche. Bislang kalkulierte das Land mit einem Anstieg von rund 2,5 Prozent der Baukosten pro Jahr. Das wird in nächster Zeit kaum ausreichen –denn schon jetzt bekommt das Land, wie Splett berichtet, bei einzelnen Projekten für manche Ausschreibungen nur ein oder zwei Angebote oder auch manchmal gar keines. Bei 17 Prozent von 4400 Aufträgen, die das Land zwischen Januar 2017 und März 2018 vergeben hat, lagen die Kosten 20 Prozent höher als geplant, hat das Finanzministerium ausgerechnet – in der Summe Mehrkosten von 123 Millionen Euro. Dennoch verweist die Vermögens- und Hochbauverwaltung auf eine solide Finanzplanung. „Insgesamt kommen wir gut ins Ziel“, so Splett.