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Prozess Zeugen schildern Verhalten der Angeklagten

Reue nach Tötung eines Auerhahns

Titisee-Neustadt.Sie tranken schon morgens Bier und wanderten feiernd auf dem Feldberg von Hütte zu Hütte – doch der Partyspaß endete jäh, als ein vom Aussterben bedrohter Auerhahn reglos auf dem Boden lag: Zwei 21 und 23 Jahre alte Männer müssen sich nun vor Gericht verantworten, weil sie im vergangenen Sommer am Rande eines Volksfests den streng geschützten Vogel erschlagen haben sollen. Die Angeklagten sagten beim Prozessauftakt am Dienstag vor dem Amtsgericht in Titisee-Neustadt, der Auerhahn habe sie angegriffen. Heute bereuten sie die Tat jedoch.

Handyfotos gemacht

„Ich hatte Angst um meine eigene Haut. Heute tut es mir leid“, sagte der 21-Jährige. Ihm wirft die Anklage eine Tiertötung vor; beiden Männern einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. „Ich habe ein- bis zweimal draufgehauen, weil ich wollte, dass es ruhiger wird“, sagte der Angeklagte. Laut den Ermittlern tötete der 21-Jährige den Vogel mit einem stumpfen Gegenstand – Zeugen sprachen von einer Flasche.

Weitere Augenzeugen sagten aus, dass einer der Männer damals zunächst mit dem Handy Bilder von dem Tier gemacht hatte. Beide hätten den Hahn außerdem lautstark nachgeahmt – obwohl mehrere Leute die Männer aufgefordert hätten, den Vogel in Ruhe zu lassen. Auf die angebliche Notwehr angesprochen, sagte ein Zeuge: „Das ist Quatsch. Vor so einem kleinen Tier braucht man keine Angst haben.“ dpa

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