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Risiko in Rhein-Neckar-Region groß

Archivartikel

Stuttgart.Die anhaltende Hitze sorgt weiter für eine hohe Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg. Laut dem Deutschen Wetterdienst ist das Risiko vor allem in der Rhein-Neckar-Region zwischen Mannheim und Heidelberg sowie im Nordosten des Landes besonders groß. Das Gleiche gilt für einige Regionen im Süden Baden-Württembergs, unter anderem rund um Singen am Hohentwiel.

Doch was passiert eigentlich, wenn es tatsächlich in Baden-Württemberg zu einem großen Waldbrand kommt? Wie sieht das Krisenszenario des Landes aus? „Die Feuerwehren in Baden-Württemberg sind für die Bekämpfung von Waldbränden im Land gut aufgestellt“, sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU). So stünden drei Löschwasserbehälter der Bundeswehr am Standort Laupheim (Kreis Biberach) bereit. Diese haben ein Fassungsvermögen von jeweils 5000 Liter Wasser und werden im Notfall per Hubschrauber zum Einsatzort gebracht. Aufgefüllt werden die Behälter während des Flugs.

Erst kürzlich wurde im Zuge der Katastrophenübung „Heißer Süden“ die Befüllung am Kirchentellinsfurter See (Kreis Tübingen) erprobt. „Zudem haben wir sieben Spezialcontainer zur Löschwasserförderung für Lkw“, so Strobl. Diese seien bei den Feuerwehren in Heilbronn, Mannheim, Konstanz, Ulm, Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart stationiert. In diesen sogenannten Abrollbehältern können Schläuche und Hochleistungspumpen an die Brandstelle transportiert werden. Dies ermöglicht, dass bei einem möglichen Waldbrand Wasser aus einem See oder Fluss abgepumpt und mehrere Kilometer entfernt zur Löschung verwendet werden kann, erklärt ein Sprecher Strobls.

Spezielle Löschflugzeuge, die ebenfalls im Flug befüllt werden müssen, besitzt Baden-Württemberg hingegen keine. Dies liege daran, so der Sprecher, dass die Flugzeuge im Südwesten nur am Bodensee Wasser aufnehmen könnten.

„Nur eine Befüllungsmöglichkeit im ganzen Land ist zu wenig“, sagt er. Allerdings habe das Land trotzdem noch die Möglichkeit, im Katstrophenfall Löschflugzeuge von anderen Staaten der Europäischen Union zu bekommen. Unterstützung könne man bei einem großen Waldbrand im Südwesten zudem auch bei anderen Bundesländern oder bei der Bundespolizei anfragen.

Die derzeitige Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg schätzen das für die Feuerwehr zuständige Innenministerium sowie das für den Wald zuständige Landwirtschaftsministerium jedoch noch als überschaubar ein. Grund hierfür ist, dass es im Südwesten vor allem die weniger feuerempfindlichen Mischwälder mit Laubbäumen und Tannen gebe. Dies sei in Ländern wie Schweden anders, wo es derzeit heftige Waldbrände gibt. Dort seien Monokulturen mit ihren leicht entzündlichen Kiefern viel stärker gefährdet. Zudem seien die Südwest-Wälder durchzogen von Wegschneisen, die den Feuerwehren einen guten Zugang ermöglichten. 

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