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Wettbewerb Biberach Austragungsort der Deutschen Meisterschaften / Trotz Hitze gesundheitlich ungefährlich

Sauna-Aufgießer kämpfen um den Titel

Archivartikel

Biberach.Es ist heiß in Biberach. Nicht nur draußen mit 30 Grad – drinnen in der Sauna des Jordanbads geht das Thermometer bis auf 85 Grad. Der Raum ist voller Menschen, die erwartungsvoll auf Bänken sitzen, Arme heben, zur Musik mitwippen. Mittendrin: Oliver Kleinmanns.

Der Kandidat der Deutschen Aufguss-Meisterschaft steht mit Anzug vor den heißen Steinen des Sauna-Ofens, kippt Eiswürfel mit Duftaromen darauf und wirbelt den Zuschauern mit einem Handtuch den warmen Dampf auf die schwitzende Haut. Kleinmanns ist einer von etwa 30 Teilnehmern, die am Freitag bei der Meisterschaft in Biberach um den Titel des besten Sauna-Aufgießers in Deutschland kämpfen.

Etwa sechs Monate lang hat er sich vorbereitet. „Man fängt langsam mit einem Thema und der Musik an und baut die Idee dann weiter aus“, sagt Kleinmanns. Am Ende steht eine Geschichte, die der Aufgießer in 15 Minuten seinem Publikum verständlich machen muss.

Bei Kleinmanns ist es das Streben nach Glück: Er beginnt als Geschäftsmann, der sich über einen Auftrag freut – aber schnell merkt, dass Geld ihm keine Zufriedenheit bringt. Am Ende realisiert er, dass sein Glück bei seinen Kindern liegt. Seine Geschichte untermalt er nicht nur mit Musik, sondern auch mit duftenden Aromen, die für die verschiedenen Emotionen stehen.

Beurteilt werden die Beiträge der Teilnehmer, die noch bis Sonntag um den Titel kämpfen, von einer Jury. Die 13 Experten achten auf Professionalität, Wedeltechnik, Duftauswahl und Kreativität, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes, Rolf Pieper.

Die Regeln sind streng: Wer die Zeit überzieht, erhält Punktabzug. Für die Kandidaten geht es auch um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft: Die drei besten Einzel-Aufgießer sowie die drei besten Teams qualifizieren sich für den Wettbewerb im September in den Niederlanden.

Für die Jury bedeutet das, zahlreiche Aufgüsse mitmachen zu müssen. „Da kommt man körperlich an die Grenzen“, sagt Pieper. Die Experten achteten darauf, möglichst zuletzt in die Sauna hineinzugehen und schnell herauszukommen.

Ist der Sauna-Gang bei der Hitze gesund? „Ich will es mal anders formulieren“, sagt Pieper: „Es ist auf jeden Fall nicht schädlich.“ Die Bedingungen seien nicht anders als im Winter – es spiele keine Rolle, ob es draußen 35 Grad habe. „Die Sauna-Temperaturen sind die gleichen.“ Draußen stehe direkt das Tauchbecken mit kaltem Wasser. Zudem gebe es Vorteile: Wer regelmäßig in die Sauna gehe, komme mit Hitze, wie sie im Moment herrscht, besser zurecht – weil der Körper gelernt habe, ausreichend zu schwitzen. lsw