Länder

Soziales Awo zieht Bilanz des Betrugsskandals

Schaden von 6,3 Millionen Euro

Archivartikel

Frankfurt.Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) schätzt den Schaden, der durch die ehemaligen Funktionäre des Frankfurter Kreisverbands entstanden ist, nunmehr auf 6,3 Millionen Euro. Das sei aber immer noch eine vorläufige Schadensbilanz, sagten Vertreter des hauptamtlichen Vorstands und des ehrenamtlichen Präsidiums am Montag in Frankfurt. „Wir prüfen alle uns zur Verfügung stehenden Optionen, um unseren Schaden reguliert oder ersetzt zu bekommen“, sagte Steffen Krollmann, der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbands.

Die ehemalige Awo-Führung steht im Mittelpunkt eines Skandals um überhöhte Einkommen und Luxus-Dienstwagen, der im vergangenen Jahr öffentlich wurde. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Verantwortliche wegen Betrugsverdachts. Seit einem halben Jahr hat die Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium, das die Aufarbeitung des Skandals einleitete und einen neuen hauptamtlichen Vorstand bestellte.

Nach schweren Liquiditätsengpässen hat sich die Situation der Awo wieder gebessert, seit das Frankfurter Bildungsdezernat einbehaltene Zahlungen für den Kita-Bereich wieder aufgenommen hat. Finanzvorstand Axel Dornis stellte für 2020 eine schwarze Null in Aussicht. Der Schaden durch das frühere Führungsgremium sei trotzdem immens – „wirtschaftlich und moralisch“, betonte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des Präsidiums. lhe