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Agrar Ministerin Hinz wird auf Demo ausgebuht / Forderungen nach bundeseinheitlicher Regelung

Schäfer protestieren wegen Wölfen

Wiesbaden.Hessens Schäfer treibt die Angst vor zunehmenden Angriffen von Wölfen auf Weidentiere auf die Straße. Mehrere hundert Tierhalter protestierten am Mittwoch in Wiesbaden für mehr Unterstützung des Landes zum Schutz ihrer Tiere. Agrarministerin Priska Hinz (Grüne) wurde bei einer Kundgebung mehrfach ausgebuht. Die von Hinz zugesicherte Erhöhung der Fördermittel des Landes für bessere Schutzmaßnahmen gegen Wolfattacken wie Elektrozäune wurde als zu gering bezeichnet und als „Almosen“ sowie „Augenwischerei“ kritisiert.

Die Weidetierhalter, von denen viele in ihrer traditionellen Kluft mit Hut, Mantel und Stock in Hessens Landeshauptstadt gekommen waren, brachten auch einige Schafen und Alpakas mit.

Die Weidetierhalter kritisierten, dass zu finanziellen Schäden durch gerissene oder verletzte Tiere auch die Investitionen in stärkere Schutzmaßnahmen sowie ein höherer Kontrollaufwand auf sie zukämen. Gefordert wurde etwa ein bundeseinheitliches Wildtiermanagement, eine Bestandsobergrenze für Wölfe und die Erstattung aller zusätzlichen Aufwendungen für die Prävention.

„Wir müssen alle lernen, mit dem Wolf zu leben“, hatte die Grünen-Politikerin bei ihrem Auftritt bei der Kundgebung gesagt und damit für einen Entrüstungssturm gesorgt. Hinz sicherte zu, die Herdenschutzprämie von derzeit 31 Euro je Hektar in Hessen zu erhöhen. Sie verstehe die Sorgen der Weidetierhalter und werde helfen. Allerdings gebe es in Hessen derzeit lediglich zwei Wölfe, die möglicherweise sesshaft werden.

Die Agrarministerin lud die Weidetierhalter zu einem Treffen am 28. Januar ins Wiesbadener Agrarministerium ein. Dabei soll es dann auch um den Forderungskatalog gehen, der Hinz bei der Protestkundgebung überreicht wurde. lhe