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Hanau Schwedische Spezialkonstruktion bestellt

Schlaglöcher sollen Raser stoppen

Archivartikel

Hanau.Mit einer auf deutschen Straßen neuartigen Temposchwelle will die Stadt Hanau Raser in der Innenstadt ausbremsen. Die Idee: Bei zu schnellem Fahren wird ein künstliches Schlagloch erzeugt. Die Technik beruht auf einem Radarmessgerät und Stahlplatten im Straßenbelag, die sich rasch um vier Zentimeter senken, wenn sich ein Fahrzeug mit erhöhtem Tempo nähert. Der erhoffte Lerneffekt besteht darin, dass der Fahrer beim Passieren ein unsanftes Poltern spürt.

Das sogenannte Actibump-System einer schwedischen Firma kostet 50 000 Euro, sei bestellt und soll nach Plänen der Stadt im Spätsommer eingebaut werden, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Die Technik habe sich bereits in Schweden und Tschechien bewährt und solle nun auf der Langstraße in einer Tempo-20-Zone installiert werden. In Deutschland gebe es solche Tempofallen bislang nicht.

ADAC skeptisch

Doch ob die absenkbaren Stahlplatten tatsächlich eingebaut werden dürfen, muss noch abschließend geklärt werden, wie der Stadtsprecher einräumte. Das hessische Verkehrsministerium sehe noch Klärungsbedarf, ob das System ohne Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen in Eigenregie in Betrieb genommen werden dürfe. Das Regierungspräsidium Darmstadt sei deswegen um eine Stellungnahme gebeten worden. Stadtrat Thomas Morlock war im Mai laut Mitteilung noch davon ausgegangen, dass das System nicht zwingend von der Bundesanstalt zugelassen werden müsse.

Der ADAC Hessen-Thüringen äußerte Skepsis. Er habe zwar noch keine Erfahrungen mit dem System, aber es bleibe abzuwarten, ob es sich um eine sinnvolle Einrichtung handele, sagte ein Sprecher. „Plötzliche Bremsmanöver beim Überfahren könnten den Verkehr gefährden.“ Sinnvoller wären Bremsschwellen, eine Fahrbahn-Verengung oder Tempokontrollen. lhe