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Technik Neue Anlage zur Verkehrssteuerung am Kreuz Weinsberg

Schnellere Fahrt durch Digitalanzeigen

Stuttgart.Steffen Bilger (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schreiten zur Tat – und drücken als symbolischen Akt gemeinsam den Startknopf für die neue Netzbeeinflussungsanlage am Autobahnkreuz Weinsberg bei Heilbronn. Wer dort von der A 81 aus Richtung Würzburg oder von der A 6 aus Richtung Nürnberg in den Verkehrsknotenpunkt einfährt, dem soll eine Weiterfahrt mit wenig Stau ermöglicht werden. Dazu ist ab sofort am Autobahnkreuz Weinsberg, das Hermann als einen der „neuralgischen Punkte“ des Südwest-Verkehrsaufkommens bezeichnet, eine neue Verkehrssteuerungsanlage mit großen Displays in Betrieb.

Ähnliche Geräte schon in Betrieb

In der Maßnahme des Bundes geht es darum, das in Baden-Württemberg kritische Autobahnviereck mit den Kreuzen Weinsberg und Walldorf, sowie den Dreiecken Karlsruhe und Leonberg besser zu steuern. Diese verbinden die A 81, A 8, A 5 und A 6 miteinander – und gehören deutschlandweit zu den am höchsten frequentierten Autobahnstrecken.

„Bundesweit fahren auf den Autobahnen an einem Tag im Schnitt 50 000 Fahrzeuge“, sagt Bilger. Auf den vier Autobahnen zusammen sei das „tägliche mittlere Verkehrsaufkommen“ im Schnitt etwa doppelt so hoch: Auf der A 81 liegt es bei rund 109 000 Fahrzeugen, auf der A 8 bei 107 000 und auf der A 6 bei 77 000. Die meisten Autos fahren auf der A 5 zwischen Walldorf und Karlsruhe mit täglich rund 115 000. Bei dem Viereck handelt es sich um eine Strecke von rund 200 Kilometern.

Die neue Netzbeeinflussungsanlage am Kreuz Weinsberg kostet den Bund, der für Autobahnen zuständig ist, rund 2,8 Millionen Euro. Ähnliche Verkehrssteuerungsinstrumente befinden sich bereits am Kreuz Walldorf sowie am Dreieck Leonberg. Komplettiert werden soll die technische Routenführung noch durch eine Anlage in Karlsruhe.

Doch was bringen die Anlagen? Fährt ein Auto zum Beispiel von Norden oder Osten kommend in das Kreuz Weinsberg ein, wird dem Fahrer auf dem Display der Steuerungsanlage die schnellere der beiden möglichen Autobahnrouten nach Karlsruhe gezeigt. Ist also die A 81 Richtung Leonberg dicht, wird die Fahrt über das Walldorfer Kreuz empfohlen – und andersherum. Dazu wird auch noch angezeigt, ob es einen Stau auf der Strecke gibt und wie lange dieser ist.

„Durch solche Telematik-Lösungen erhoffen wir uns eine Entlastung des Verkehrs um zehn Prozent“, so Bilger. Dies sei auch nötig, denn schließlich rechne man im Pkw- und Lkw-Verkehr bis 2030 mit deutlichen Zunahmen.

Daten werden eingekauft

Gesteuert wird die Netzbeeinflussungsanlage in der Landesstelle für Straßentechnik. Diese gehört formell zwar zum Regierungspräsidium Tübingen, befindet sich aber in Stuttgart. Dort sind 14 Mitarbeiter rund um die Uhr jetzt unter anderem dafür zuständig, dass die Anzeigetafeln immer auf dem aktuellsten Stand sind. Ihre Daten bekommt die Behörde von privaten Anbietern – ein etwas heikler Punkt. Denn diese beziehen ihre Verkehrsinformationen in der Regel aus der Ortung von Autofahrer-Handys und durch deren Navigationssysteme. „Wir kaufen uns die Daten ein“, heißt es in der Landesstelle für Straßentechnik. Ergänzt werden diese Daten noch durch eigene Sensoren, die sich an den Autobahnen befinden.

Doch reichen eigene Navigationsgeräte in den Autos nicht aus? Diese Frage verneint Hermann – und erklärt: „Zum einen gibt es auch viele Autos ohne Navigationsgerät. Zum anderen sind viele Navigationsgeräte nicht auf dem aktuellsten Stand und können Informationen nicht in Echtzeit liefern.“

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