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Pandemie Messeveranstalter kritisieren Schutzmaßnahmen

Schon Streit um neue Verordnung

Stuttgart.Einfacher und logischer sollte alles werden durch die umfassende Überarbeitung der Corona-Verordnung, die am Dienstag der Ministerrat beschlossen hat und ab 1. Juli gelten soll. Noch ist das Regelwerk nicht in Kraft und schon gibt es einen neuen Aufreger. Im Internet beklagen sich Messeveranstalter. Sie müssen nach dem speziell für die Branche entworfenen Konzept in ihren Hallen je Besucher zehn Quadratmeter Mindestfläche garantieren, wenn sie ab 1. September wieder Ausstellungen mit mehr als 500 Personen durchführen dürfen. Nun fühlen sich die Messeleute ungerecht behandelt, weil Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ihnen diese Vorgabe reindrückte, den Einzelhändlern aber ab 1. Juli jegliche Mindestfläche erlässt. Im Handel gelten dann nur noch Abstandsregel und Maskenpflicht.

Der Hilferuf der Messebauer ist bei Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) bereits angekommen. Die CDU-Politikerin will zeitnah nochmals Gespräche mit ihrem Kabinettskollegen führen. „Diese Regelungen sind in meinen Augen so nicht konsistent und würden zu einer Ungleichbehandlung der heimischen Messewirtschaft führen“. Sie hoffe, dass die beiden Ministerien „zeitnah zu einer gemeinsamen Position kommen und für die Messen im Land künftig die gleichen Vorgaben gelten wie zum Beispiel für den Handel“.

„Indirekte Vorgaben“

Im Sozialministerium verteidigt man die Ungleichbehandlung. „Insbesondere für Großveranstaltungen wie Messen besteht aus infektiologischer Sicht allgemein ein höheres Risiko, so dass eine Beschränkung der Teilnehmerzahl durch die Zehn-Quadratmeter-Grenze für erforderlich erachtet wurde“, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. Demgegenüber werde „die Festschreibung einer verbindlichen Obergrenze für den Einzelhandel für nicht praktikabel erachtet“. Über die Abstandsregel und die Warteschlangen werde dem Handel indirekt weiterhin eine Mindestfläche vorgegeben.

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