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Soziales Jahr SPD fordert flächendeckendes Angebot

Schulen setzen auf Freiwillige

Stuttgart.Schulen in Baden-Württemberg bieten zunehmend Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). "Das Interesse wächst", berichtet Gisela Gölz, die Sprecherin des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg. Inzwischen absolvieren acht Prozent der 1400 Freiwilligen, die ihr Sozialverband im Jahr vermittelt, ihren Einsatz an Schulen, vor allem an Gemeinschaftsschulen und an Standorten mit Ganztagsangeboten. Gölz: "Das sind spannende Einsätze." Das zuständige Kultusministerium hat allerdings keinen aktuellen Überblick. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) muss in einer aktuellen Stellungnahme auf eine Erhebung von 2014 verweisen. Danach waren damals fünf Prozent der insgesamt 13 000 FSJ-Teilnehmer in Baden-Württemberg an einer Schule tätig - das entspricht 650 Personen. Dazu kamen 426 Stellen für den Bundesfreiwilligendienst.

SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei kann sich über diesen Mangel an Information nur wundern. Ein solcher freiwilliger Einsatz könne junge Menschen dazu bringen, ein Lehramtsstudium zu beginnen, glaubt der Mannheimer Abgeordnete. "Das Land muss diese Möglichkeiten stärker bekannt machen." Expertin Gölz weiß, dass besonders in der Pflegebranche das FSJ zur Nachwuchsgewinnung eingesetzt wird. Über ein freiwilliges Jahr könnten junge Menschen mit einem Berufsfeld in Kontakt gebracht werden. Für die Schulen bremst die zuständige Ministerin. "Über einen Freiwilligendienst besteht die Möglichkeit, den Beruf des Lehrers besser kennenzulernen", bestätigt Eisenmann. Für einen Ausbau seien aber die Kommunen zuständig: "Eine flächendeckende Einführung des Freiwilligendienstes an den öffentlichen Schulen und die damit verbundene Kostentragung fallen nicht in die Zuständigkeit des Landes." An Änderungen der Kompetenzverteilung sei nicht gedacht. pre