Länder

Anklage Betrug auf Grundlage des Rabattsystems

Sendungen vorgetäuscht

Archivartikel

Koblenz.Um rund 18 Millionen Euro sollen vier Männer die Deutsche Post geprellt haben. Die mutmaßlichen Betrüger aus Hessen und Rheinland-Pfalz müssen sich von heute an vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Den Angeklagten im Alter von 43, 48, 49 und 53 Jahren wird eine Vielzahl von gewerbsmäßigen Computerbetrügereien zur Last gelegt, wie das Landgericht mitteilte.

Die Männer sollen im Zeitraum von Januar 2013 bis März 2017 ein System von „Schein-Postsendungen“ etabliert haben. Mit Millionen von erfundenen Briefen sollen sie von einem Rabattsystem der Post für Großkunden profitiert haben – und davon, dass der Konzern angesichts von 58 Millionen Sendungen am Tag nicht jede einzelne Lieferung prüfen kann.

Voraussichtlich Freiheitsstrafe

Der Ablauf ist normalerweise folgendermaßen: Dienstleister sammeln Sendungen von Geschäftskunden ein, die täglich Tausende Briefe verschicken, und geben diese frankiert bei den Sortierzentren der Post ab. Dafür gewährt der Konzern Rabatte, die sich je nach Briefmenge erhöhen und die sich Dienstleister und Geschäftskunden teilen.

Die Angeklagten sollen dieses System ausgenutzt und zahlreiche Briefe abgerechnet haben, die nie geschrieben wurden. Die Angeklagten müssen mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen. Der Prozess ist zunächst bis zum 17. Dezember terminiert. lhe