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Umfrage Strom sparen, Fahrradfahren und Fleischverzicht – Politiker, Moderatoren und Sportler schonen unterschiedlich die Umwelt

So schützen Promis das Klima

Archivartikel

Frankfurt/Wiesbaden.Klimaschutz ist in aller Munde und längst ein Mega-Thema in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Prominente aus Hessen verraten, welchen Beitrag sie privat leisten.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU): Für ihn ist der Klimaschutz auch im Privaten selbstverständlich: „Meine Familie und ich leisten genauso einen Beitrag, wie viele andere in Deutschland. Ich finde, das sollte man einfach tun und nicht so viel drüber reden. Die Bewahrung der Schöpfung geht uns schließlich alle an.“ In Hessen habe deshalb der 68-Jährige die Baumpflanzaktion „Unser Wald“ der Landesregierung initiiert. Besonders mies findet es der Regierungschef, wenn Müll illegal in der Natur entsorgt wird. Nachahmenswert findet er hingegen die klugen Köpfe, die klimafreundliche Technologien entwickeln. „Viele davon sind junge Menschen, beispielsweise in der Start-Up-Szene. Sie handeln aus einer inneren Überzeugung und nutzen diese als Antrieb für ihre innovativen Ideen.“

Tarek Al Wazir (Grüne): Bouffiers Stellvertreter fängt auch bereits daheim mit dem Klimaschutz an: „Sehr konkret achten wir bei uns zu Hause bei Strom und Wärme nicht nur darauf, dass wir mit Energie möglichst sparsam umgehen, sondern wir beziehen auch Ökostrom und haben einen Vertrag, der auch die CO2-Emissionen durch unseren Erdgasverbrauch kompensiert.“ Besonders klimaschädlich findet es der 48-Jährige, „wenn Menschen massenhaft Sachen kaufen“, die sie gar nicht wirklich brauchen.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne): „Zuhause fahre ich kurze Wege in aller Regel mit dem Fahrrad, für weitere Strecken nutze ich möglichst die Bahn. Wir kaufen meistens Bio-Lebensmittel und versuchen regional und saisonal einzukaufen, soweit möglich. Und wir haben zuhause eine Photovoltaik-Anlage“, erklärt sie.

Moderatorin Bärbel Schäfer: „Ich versuche alle Termine in Frankfurt mit dem Rad zu fahren. Reise, so oft es geht, mit der Bahn, nutze Stoffbeutel beim Einkaufen sowie wiederverwendbare Kaffeebecher und pflanze Bäume“, berichtet die 56-Jährige Sie findet: „Veränderung beginnt bei uns selbst. Jeder ist gefragt. Jetzt mit dem Finger auf andere zu zeigen, deren SUVs und Flugreisen zu dissen, halte ich für denunziatorisch.“

Nele Neuhaus: Die Schriftstellerin zieht beim Autofahren einen kleinen Flitzer vor: „Ich fahre Smart statt SUV. Kürzere Wege mache ich zu Fuß oder mit meinem E-Bike.“

Fabian Hambüchen: Der Ex-Turnstar und Olympiasieger sagt, sein neues Wohnhaus sei klimafreundlich: Er wohnt in einem „Energieeffizienzhaus, das mehr Strom über die Photovoltaik-Anlage produziert als im Haus genutzt wird.“ Zudem sei es aus Holz – einem nachhaltigen Rohstoff.

Volker Jung: Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vermeidet Flüge so gut es geht: „Wenn ich fliege, kompensiere ich den CO2-Ausstoß mit der Klimakollekte, die etwa Umweltprojekte in Entwicklungsländern fördert. Ansonsten fahre ich innerdeutsche, längere Strecken auf alle Fälle mit der Bahn und nicht mit dem Auto. Mir wird es auch immer wichtiger, das Thema ,Bewahrung der Schöpfung’ in meinen Reden, Ansprachen oder Predigten aufzugreifen. So heißt Klimaschutz in die Sprache des Glaubens übersetzt“, erklärt der 59-Jährige. dpa (Bilder: dpa)