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Equal Pay Day Mainzer Frauenministerin will Verbänden erlauben, gegen ungerechte Lohnpraktiken zu klagen – Entgelttransparenz in Unternehmen habe wenig gebracht

Spiegel kritisiert ungleiche Bezahlung

Archivartikel

Mainz.Zum Equal Pay Day am Dienstag haben Politiker in Rheinland-Pfalz auf die ungleiche Bezahlung von Frauen aufmerksam gemacht. „Frauen verdienen hierzulande seit Jahren für jede Arbeitsstunde im Durchschnitt ein Fünftel weniger Geld als Männer“, teilte Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) mit. „Es ist ein Skandal, dass viele Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit noch immer schlechter bezahlt werden.“

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17,72 um 20 Prozent niedriger als der von Männern mit 22,61 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Aber auch strukturelle Unterschiede spielen eine Rolle. „Frauen arbeiten viermal so häufig wie Männer in Teilzeit, meist um Kindererziehung, häusliche Pflege und Hausarbeit mit einer Erwerbstätigkeit zu vereinbaren“, sagte Katrin Werner, Landesvorsitzende der Linken Rheinland-Pfalz.

Auch die Einführung des entgelttransparenzgesetzes 2017 habe daran nicht viel geändert, teilte Frauenministerin Spiegel mit. Das Gesetz sollte für mehr Lohngerechtigkeit sorgen. „Spürbare Effekte sind ausgeblieben“, teilte Spiegel mit. Sie fordere deshalb das sogenannte Verbandsklagerecht einzuführen, das Verbänden erlaubt, gegen ungerechte Lohnpraktiken vorzugehen.

Der Equal Pay Day, der in diesem Jahr auf den 17. März fällt, soll auf die ungerechte Bezahlung von Frauen aufmerksam machen. Der Termin gibt symbolisch an, bis zu welchem Tag im Jahr Frauen praktisch unbezahlt gearbeitet haben, obwohl sie die gleiche Arbeit wie Männer leisten, die bereits seit dem 1. Januar bezahlt werden. Unterschiede nach Qualifikation, Branchen oder Teilzeitquote werden hier nicht gemacht. lrs