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Bahn LKA-Chef will Züge mit Graffiti aus Verkehr ziehen

Sprayern den Stolz nehmen

Stuttgart.Bunt sind sie, oft nicht schön anzuschauen und fast immer illegal – um Graffiti zu verhindern, will der Chef des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) den Sprayern Erfolgserlebnisse nehmen. Ralf Michelfelder forderte nicht nur von den Kommunen, sondern auch von der Bahn, Schmierereien so schnell wie möglich zu beseitigen – oder die beschmierten Züge bis zur Reinigung auf dem Abstellgleis zu parken. „Mein Ansatz ist es immer noch, keine Trophäe fahren zu lassen“, sagte Michelfelder. „Die Sprayer sollen nicht stolz sagen dürfen: ,Diesen Zug da habe ich angemalt.’“

Sprayer wollten sich vor anderen profilieren. „So funktioniert Graffiti“, sagte Baden-Württembergs oberster Polizeibeamter. „Deshalb sollte man den Zug stehen lassen, reinigen und dann erst wieder einsetzen.“ Das Erfolgserlebnis müsse reduziert werden. „Wenn’s keiner sieht, was hat’s dann gebracht?“

Auf Brücken, an Wänden, oft aber auch auf den Zügen der Bahn nehmen nach Erkenntnissen des LKA Graffiti weiter stark zu. „Die Zahl der Vergehen ist deutlich gestiegen“, sagte Michelfelder. „Gab es 2014 rund 7800 Fälle, so waren es im vergangenen Jahr rund 9700.“ lsw

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