Länder

Justiz Kriminelle wenden bei Diebstählen drastische Mittel an

Sprengungen nehmen stark zu

Wiesbaden.Nach monatelanger Ruhe treiben Geldautomaten-Knacker wieder ihr Unwesen in Hessen. Seit Anfang Oktober haben die Sprengungen von Geldautomaten im Land stark zugenommen. Fünfmal habe es erfolgreiche Sprengungen gegeben, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden mit. Hinzu kommen neue Fälle aus Südhessen: Am Freitag wurden gleich zwei Geldautomaten in Groß-Gerau und Viernheim gesprengt, beide Male wurde Bargeld gestohlen.

Für die Monate Juli, August und September registrierte das LKA keine einzige erfolgreiche Sprengung in Hessen - vier Versuche blieben erfolglos. Manchmal erreiche das Gas-Luft-Gemisch nicht die gewünschte Brennfähigkeit, erklärte ein LKA-Sprecher. Oder die Automaten hätten spezielle Schutzvorrichtungen. "Jede Bank oder Sparkasse entscheidet je nach Gefährdungslage und Situation, welche Maßnahme angewendet wird", erklärte eine Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft. Je nach Standort entscheiden die Banken, ob sie Videoüberwachung, Einbruchmeldeanlagen, Erschütterungsmelder oder Systeme zur Gas-Neutralisierung und Einfärbung der Geldscheine installieren. Der Beginn der dunklen Jahreszeit ist laut LKA-Ermittlern kein Grund für die vermehrten Sprengungen. Der LKA-Sprecher erklärte, dass die Sprenger von Geldautomaten ganzjährig nachts agieren würden. Zum Stand der Ermittlungen bei den laufenden Verfahren gaben LKA und eine spezielle Ermittlergruppe der Gießener Polizei keine Auskünfte. lhe