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Abfall Fahrzeug wird mit Elektrogas angetrieben / Einsatz vor allem im Nordwesten / Alternative zu Dieselmotoren

Stadt testet elektrisches Müllauto

Archivartikel

Frankfurt.Elektrik statt Diesel: In Frankfurt testet die Entsorgungs- und Service GmbH (FES) seit Montag ein vollelektrisches Müllfahrzeug. Drei Tage lang soll das in der Schweiz entwickelte Fahrzeug „Futuricum“ in Frankfurt vor allem im Nordwesten und damit in der Nähe des Depots in Heddernheim im Einsatz sein. Dadurch entfallen lange Fahrten im gesamten Sammelgebiet, die die Batterie beanspruchen. Erst abends soll das Fahrzeug an eine Schnellladestelle angeschlossen werden. Eine Restmüll-Sammeltour umfasst nach Angaben der FES 800 bis 900 Abfalltonnen täglich.

„Wir diskutieren, wie wir mit dem drohenden Fahrverbot in Frankfurt umgehen“, sagte die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Für Stadt und FES sei es daher wichtig, „bei zukunftsweisender schadstoffarmer Technologie ganz vorn dabei zu sein.“ Wegen der Luftverschmutzung vor allem durch Dieselmotoren könnte in Frankfurt ein Dieselfahrverbot eingeführt werden. Die Stadt hofft aber, das noch vermeiden zu können. Dazu beitragen könnten auch mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark. Ob das „Futuricum“ künftig auch in größerer Stückzahl in Frankfurt unterwegs sein wird, entscheiden allerdings nicht nur die Ergebnisse des Praxistests: Der Anschaffungspreis ist den Angaben zufolge etwa doppelt so hoch wie beim herkömmlichen Müllfahrzeug.

Aktuell werde auch der erdgas-elektrisch angetriebene Prototyp eines Müllfahrzeugs getestet, sagte FES-Geschäftsführer Dirk Remmert. Das Unternehmen warte zudem auf die Bewilligung von zwei Förderanträgen, um ein Müllfahrzeug und einen Mülltonnentauscher auf Elektroantrieb umzurüsten. Zum Fuhrpark des Unternehmens gehören außerdem bereits mehrere E-Autos und -Nutzfahrzeuge. lhe