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Justiz Hohenzollern-Chef meldet Ansprüche an

Streit um Burg Rheinfels

Archivartikel

St. Goar/Koblenz.Der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, fordert die Burg Rheinfels zurück. Die malerische Ruine thront gegenüber dem Loreley-Felsen über dem Rhein. Am 25. Oktober ist dazu eine mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Koblenz terminiert, wie ein Gerichtssprecher gestern sagte. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. habe Klage gegen das Land Rheinland-Pfalz und das Romantik Hotel Schloss Rheinfels eingereicht, das neben der Ruine liegt. Er will als Erbe das Grundbuch zu seinen Gunsten berichtigen.

Investitionen auf Eis

Der Stadtbürgermeister von St. Goar, Horst Vogt (CDU), sagte dazu: „Ich habe das am Anfang für einen Aprilscherz gehalten.“ Ein Verlust der Burgruine wäre dramatisch: Land, Stadt und Hotelier hätten Millionen investiert. Hotelchef Gerd Ripp habe wegen des Rechtsstreits weitere Investitionen auf Eis gelegt. Der Berliner Anwalt des Prinzen, Markus Hennig, wollte sich gestern vorerst nicht zu der Klage äußern.

Der Rechtsstreit ist komplex. Das Haus Hohenzollern besaß die Burg seit dem 19. Jahrhundert. Sein heutiger Chef beruft sich laut dem Mainzer Kulturministerium auf eine sogenannte Rückauflassungsvormerkung im Grundbuch für die Preußische Krongutsverwaltung in Berlin von 1924, als die Stadt St. Goar aus ihrer Sicht Eigentümerin der Burg wurde. lrs