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Sport Mit Allianz von Vereinen, Fans und Polizei zufrieden

Strobl lobt Stadion-Sicherheit

Archivartikel

Stuttgart.Wenn heute Abend mit dem Spiel von Bayern München gegen die TSG Hoffenheim die neue Bundesliga-Saison startet, beginnt die Arbeit für diejenigen, die für die Sicherheit in den und rund um die Stadien zuständig sind. Im Südwesten hat Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) bereits vor einem Jahr Stadionallianzen ins Leben gerufen, um Vereine, Fangruppierungen und Sicherheitskräfte an einen Tisch zu bringen. „Jetzt können wir die ersten Erfolge unserer Stadionallianzen präsentieren“, sagt Strobl.

„In der vergangenen Saison konnten wir in den ersten fünf Ligen mehr als 3800 Einsatzkräfte und rund 30 000 Einsatzstunden einsparen“, so der CDU-Politiker. Dadurch habe das Land im Vergleich zur Vorsaison 1,7 Millionen Euro weniger ausgegeben. Strobl beruft sich dabei auf den Rückgang der Strafanzeigen bei Fußballspielen in Baden-Württemberg von 679 in der Saison 2016/2017 auf 602 in der abgelaufenen Spielzeit. Dies war der Fall, obwohl die Polizei die Einsatzstunden von rund 184 000 auf zuletzt etwa 154 000 reduzierte.

Spiele aus Statistik gestrichen

Allerdings wurde das Skandal-Relegationsspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem KFC Uerdingen im Mai 2018, das wegen Ausschreitungen abgebrochen wurde und bei dem es zahlreiche Strafanzeigen gab, nicht einbezogen. Hier handele es sich um ein „Sonderspiel“, heißt es im Innenministerium. Ursprünglich waren die Stadionallianzen eine Reaktion Strobls auf die erheblichen Probleme in der Saison 2016/2017.

Damals kam es unter anderem bei den Zweitliga-Spielen VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC und Karlsruher SC gegen Dynamo Dresden zu Ausschreitungen und Einsatz von Pyrotechnik.

Die Vereine sind voll des Lobes für die Initiative des Landes. „Die Stadionallianz funktioniert am Standort Stuttgart immer besser. Wir werden alles dafür tun, damit sich dieser positive Trend weiter fortsetzt“, sagt Wolfgang Dietrich, Präsident des VfB Stuttgart. Gleichwohl gebe es nach wie vor eine Gruppe von Problemfans, die die Plattform Fußball für ihre gewaltorientierten Zwecke nutzen würde.

SPD-Innenexperte Sascha Binder kritisiert die von Strobl initiierten Stadionallianzen. Durch die Herausnahme des Spiels Mannheim gegen Uerdingen sei die Statistik schöngerechnet. Zudem sei die Bilanz nur deswegen positiv, weil es Auf- und Abstiege bestimmter Vereine gegeben habe. mis