Länder

Energie Studie bescheinigt Hessen gutes Elektrizitätsnetz

Strommasten reichen aus

Wiesbaden.Trotz der Energiewende muss das Stromverteilnetz in Hessen nicht mehr wesentlich erweitert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Landes. „Wir müssen nicht unbedingt neue Strommasten bauen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern in Wiesbaden. Sollte ein Ausbau notwendig sein, könnten auch unterirdisch Kabel verlegt werden. Allerdings müssten die bestehenden Netze modernisiert werden.

„Ein Teil der Netze ist bereits ausreichend dimensioniert“, sagte Martin Braun, einer der Autoren der Studie vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) in Kassel. Die finanziellen Belastungen seien „moderat und beherrschbar“, erklärte Al-Wazir. Werde der Strombedarf im Jahr 2034 zu 56 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt, lägen die Kosten für die damit verbundene Netzerweiterung rechnerisch bei insgesamt 1,5 Milliarden Euro – oder zwölf Euro pro Einwohner im Jahr.

„Die Studie nimmt uns die Angst, dass die Verteilnetze wegen der Energiewende großzügig ausgebaut werden müssten und horrende Kosten entstehen könnten“, zeigte sich Martin Grobba, Referent des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, erleichtert. Die genannten 1,5 Milliarden Euro seien ein vertretbarer Betrag. Will Hessen sein Ziel erreichen, bis 2050 Strom komplett aus erneuerbaren Energie zu beziehen, müsste bis zum Jahr 2034 die Leistung von Windkraftanlagen von jetzt 2000 auf 7000 Megawatt gesteigert werden. Bei der Photovoltaik müsste sie von 2000 auf 6600 Megawatt mehr als verdreifacht werden. „Das heißt aber keineswegs, dass wir die Zahl der Windkraftanlagen von derzeit etwa 1100 auch vervierfachen müssen“, erläuterte Al-Wazir. Die Studie gehe davon aus, dass aufgrund besserer Leistung der Anlagen eine Verdoppelung ausreiche.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wird laut der Studie auf 28 Prozent im Jahr 2024 beziehungsweise 43 Prozent im Jahr 2034 steigen. So könnte sich Hessen besser selbst mit Strom versorgen als heute, bliebe aber trotzdem Strom-Importeur. Zwar werden Geräte immer effizienter und verbrauchen somit weniger Strom, es kommen aber auch neue Anforderungen hinzu, etwa durch die Elektromobilität oder durch elektrische Wärmepumpen. Allein die Elektromobilität treibt laut den Autoren der Studie den Verbrauch um 1088 Gigawattstunden im Jahr 2034 nach oben. Dabei gehen sie von einem Anteil an Elektromobilität von bis zu 19 Prozent aus . lhe