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Parteitag Thomas Strobl vor Wiederwahl als Parteichef

Südwest-CDU nimmt Anlauf

Archivartikel

Stuttgart.Gut drei Wochen vor der Kommunal- und Europawahl am 26. Mai will die Südwest-CDU heute mit einem Parteitag noch einmal Schwung holen für den Endspurt im Wahlkampf. So beschreibt Parteichef Thomas Strobl den Grund für die Terminwahl. Seine internen Gegner vermuten dagegen ziemlich unlautere Motive: Strobl habe den Termin für den Parteitag durchgesetzt, um bei der Vorsitzendenwahl mit einem guten Ergebnis Rückenwind für die Bewerbung als Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2021 zu bekommen. Genau das wollen aber viele in der Partei verhindern.

Dass die gut 300 Delegierten heute in Weingarten Strobl als Chef der Südwest-CDU wiederwählen, bezweifelt niemand. „Ich warte demütig das Ergebnis ab“, sagt er selbst. Und die Frage der Spitzenkandidatur stelle sich im Moment nicht. Seine Entscheidung diesbezüglich kenne nur seine Frau. Dabei bezweifelt in der Parteispitze kaum einer, dass der Heilbronner 2021 in den Wahlkampf ziehen will. Nach den ungeschriebenen Regeln der CDU hat der 59-Jährige als Landeschef durchaus ein Zugriffsrecht auf die Spitzenkandidatur. „Das gilt noch immer“, sagt ein Vorstandsmitglied.

Gegner favorisieren Eisenmann

Aber viele Christdemokraten trauen Strobl einen Erfolg bei der Landtagswahl 2021 nicht zu und verlangen eine klare Aussage von ihm, dass es keinen Automatismus für den Vorsitzenden gibt. Für die Strobl-Gegner gilt Kultusministerin Susanne Eisenmann als Hoffnungsträgerin, besonders für den Fall, dass die Grünen erneut mit Winfried Kretschmann in den Wahlkampf ziehen.

Die Personalquerelen könnten den Endspurt für die Europawahl ausbremsen. Solche Konflikte wollen Delegierte aus Nordwürttemberg für die Zukunft verhindern: Vor allgemeinen Wahlen soll es keine Parteitage mehr geben. pre