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Wissenschaft Stadt feiert Albrecht Ludwig Berblinger

Themenjahr für Ulms Flugpionier

Archivartikel

Ulm.Die Donaustadt Ulm will ihren berühmten Schneider als ebenso genialen wie risikofreudigen Erfinder und Flugpionier feiern. Rings um den 250. Geburtstag von Albrecht Ludwig Berblinger am 24. Juni 2020 wird dem wohl bedeutendsten Schneider der Luftfahrtgeschichte ein Themenjahr mit einem großen Programm gewidmet. „Berblinger steht für uns als Identitätsfigur, als Tüftler, als Ikone für Innovationen“, sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU).

Selbst im Scheitern des legendären Versuchs von Berblinger im Mai 1811, mit einem Hängegleiter über die Donau zu fliegen, liege eine tiefe Symbolkraft für Ulm als einem Zentrum von Wissenschaft und Forschung. Es erinnere im Zeitalter der Digitalisierung daran, dass für echte Innovationen oft auch Mut zum Risiko erforderlich sei.

Zum Jubiläumsprogramm gehört ein Ideenwettbewerb, bei dem ausdrücklich auch „Hirngespinste“ eingereicht werden dürfen. Zum Höhepunkt soll nach dem kürzlich vom Stadtrat beschlossenen Konzept die „Vision Donauflug“ werden – ein emissions- und geräuscharmer Langstreckenflug bis zur Donaumündung ins Schwarze Meer.

Missglückter Start

Wie Albert Einstein gehört Albrecht Ludwig Berblinger zu den bekanntesten Söhnen der Donaustadt Ulm. Doch anders als dem Physikgenie blieben dem Schneider und Flugpionier Ruhm und Ehre zu Lebzeiten versagt. Im April 1811 teilte Berblinger mit, er habe eine Flugmaschine erfunden. Dem damals 40-Jährigen gelangen einige kurze Gleitflüge. Noch im selben Jahr sollte er vor dem Bruder des Königs mit seinem Hängegleiter über die Donau fliegen – der Start missglückte wegen fehlender Aufwinde. Berblinger stürzte in die Donau. Er wurde fortan verspottet und verarmte dadurch. 1829 starb er mit 58 Jahren an Abmagerung. lsw

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