Länder

Brandstiftung Mangels Beweisen Freispruch für Pfleger

Tod einer Seniorin ungesühnt

Karlsruhe.Der Feuertod einer 82 Jahre alten Frau in einem Altenheim in Oberderdingen bleibt vorerst ungesühnt. Im Mordprozess um die tödliche Brandstiftung sprach das Landgericht Karlsruhe einen 24 Jahre alten Hilfspfleger aus Mangel an Beweisen frei. „In dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten), sagte der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt gestern gleich als ersten Satz der Urteilsbegründung. Einiges spreche zwar dafür, dass der Mann die Tat begangen habe, erläuterte er im fast voll besetzten Saal. „Aber nicht mit einer jeglichen Zweifel an seiner Täterschaft auszuschließenden Gewissheit.“ Der Kammer fehle außerdem ein überzeugendes Motiv, das den 24-Jährigen zu der Tat getrieben haben könnte.

Tränen im Gerichtssaal

Bei dem Feuer, ausgelöst durch eine in einem leeren Bett angezündete Matratze, war Ende Mai vergangenen Jahres eine Seniorin erstickt und verbrannt. Eine weitere Heimbewohnerin wurde lebensgefährlich verletzt. Der Mann hatte während des Prozesses geschwiegen und auch gegenüber der Polizei keine Aussage gemacht. Das Urteil nahm er gelöst auf. Seine Angehörigen im Saal, die jeden Verhandlungstag verfolgt hatten, weinten vor Erleichterung.

Vom Vorwurf, zwei weitere, kleine Brände an einer Scheune im Vorfeld der Katastrophe in dem Pflegeheim gelegt zu haben, wurde der 24-Jährige ebenfalls freigesprochen. Auch diese Taten, bei denen niemand verletzt worden war, hätten ihm nicht eindeutig zugeordnet werden können.

Mit dem Urteil endet ein Prozess, der wegen langwieriger Suche nach Indizien mehrfach in die Verlängerung gegangen war. lsw