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Energie Pipeline soll platzsparender gebaut werden und größere Mengen transportieren / Ergebnisse erst 2021

TU Darmstadt testet Hochleistungs-Stromleitung

Archivartikel

Darmstadt/Griesheim.Für die Energiewende braucht Deutschland Tausende neue Kilometer Hochspannungsleitungen. Geplante Stromtrassen sollen unterirdisch verlegt werden. Auf einem eigens gebauten Testfeld der Technischen Universität (TU) Darmstadt in Griesheim soll ein Jahr lang eine gasisolierte Gleichstromleitung – kurz DC GIL (Direct Current Gas-insulated Transmission Line) für den Stromtransport getestet werden. Wichtige Fragen und Antworten zum Thema.

Wo sollen Vorteile der neuen Leitungen liegen?

Die Leitungen sind nach Angaben von Projektleiter Volker Hinrichsen vom Fachbereich Hochspannungstechnik aufgebaut wie eine Pipeline. Da die Isolierung zwischen dem geerdeten Außenmantel und der innen liegenden, stromführenden Leitung aus einem Gasgemisch besteht, sind sie nicht so wärmeempfindlich wie übliche kunststoffisolierte Stromkabel und können größere Mengen transportieren. Sie können wesentlich platzsparender gebaut werden und wären vermutlich auch weniger reparaturanfällig. Die Technik könnte in Naturschutzgebieten genutzt werden.

Der Langzeittest dauert ein Jahr. Kommen die Leitungen nicht schon zu spät?

„Es kann sein, dass es zu spät ist für die deutsche Energiewende, weil dann alle Entscheidungen schon getroffen sind“, sagt Hinrichsen. Doch könnte es Verzögerungen im Leitungsnetzausbau geben und bei einer Energiewende müsse man auch global denken. GIL-Technik sollte auch nicht als Konkurrenz zur Kabeltechnologie etabliert werden, sondern parallel dazu. Es handele sich um ein Projekt, das „große Potenziale für den Netzausbau und den Export hat“, sagt Michael Menrath vom Bundeswirtschaftministerium.

Wie funktioniert der Test?

Der Test ist zweigeteilt, zum einen mit einer unterirdischen Leitung und zum anderen mit einer über der Erde. Oberhalb der Erde können besser elektrische, thermische und mechanische Auswirkungen sowie Spannungsüberlastungen untersucht werden. Unterirdisch wird getestet, um sehen, wie die Leitungen sich im Erdreich verhalten. Die Leitung ist nach Angaben von Siemens nicht brennbar. Die Kosten liegen bei 3,2 Millionen Euro. Hinrichsen zufolge ist es ein weltweit einmaliger Langzeitversuch. Mit Ergebnissen rechnen die Beteiligten 2021.

Was würde die neue Technologie kosten?

Eine unterirdisch verlegte Kabeltrasse ist Hinrichsen zufolge mindestens fünf bis sechs Mal so teuer wie eine Freileitung. Eine GIL wird in der Gesamtbilanz mindestens ebenso teuer sein, wie eine unterirdische Kabeltrasse. „Wo das preislich liegt, steht aber noch in den Sternen.“ Sicher ist, dass es erheblich teurer ist als eine Freileitung. lhe