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Rheintalbahn Bund und Land uneinig über Neubau-Abschnitt

Tunnel oder Kombistrecke

Berlin/Mainz.Land contra Bund: Beim Bahnlärm im Mittelrheintal liegen die Verkehrsministerien in Mainz und Berlin weiter im Clinch. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach sich gestern im Bundestag eindringlich für den Neubau einer alternativen Strecke östlich des Rheintals aus. Wirtschaftliche Interessen dürften nicht über den gesundheitlichen Interessen unzähliger Bürger stehen, sagte Wissing. Als Mitglied des Bundesrats, also der Länderkammer, hat er auch Rederecht im Bundestag.

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), betonte, Investition wie der vorgeschlagene Bau einer Tunnelstrecke mit Kosten von 15 Milliarden Euro unterlägen dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Sinnvoller sei daher eine „kombinierte Neubaustrecke“ mit der Einbeziehung bestehender Strecken und Kosten von etwa acht Milliarden Euro. Dafür solle demnächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

Die rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Peter Bleser (CDU), Detlev Pilger (SPD) und Tabea Rösner (Grüne) unterstützen die Forderung nach einer Alternativtrasse über den Westerwald von Troisdorf bei Bonn nach Mainz-Bischofsheim. Im Februar hatte der Landtag Rheinland-Pfalz mit den Stimmen aller fünf Fraktionen die baldige Planung der alternativen Trasse gefordert. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will dazu am 11. April Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) treffen. dpa