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Stuttgart 21 Bahn hält Maßnahmen an Rohren für ausreichend

Tunnelbau ruht wegen Wasser

Archivartikel

Stuttgart.Gefährlicher Wassereinbruch bei den Stuttgart-21-Bauarbeiten oder eine ganz normale Erscheinung beim Tunnelbau in grundwasserführenden Schichten? Fakt ist, dass schon seit einem halben Jahr der Tunnelvortrieb in einer Röhre des Bahnprojekts Stuttgart 21, die in der Nähe des Neckars verläuft, außerplanmäßig ruht.

Der Grund: Auf einer Länge von rund 500 Metern dringen pro Sekunde 30 Liter Grundwasser aus Wänden und Decke in die Tunnelröhre ein – eine Menge, die eine 150-Liter-Badewanne in fünf Sekunden füllen würde. Doch die Bahn lehnt es ab, dabei von einem Wassereinbruch zu sprechen. Es handele sich vielmehr um einen „erhöhten Wasserandrang“, der weder sicherheitsrelevant sei noch Auswirkungen auf die Fertigstellung des Gesamtprojektes zur Folge habe, wie Projektpressesprecher Jörg Hamann mitteilt.

Mehrkosten fraglich

Betroffen ist eine rund fünf Kilometer lange Tunnelröhre zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Obertürkheim. An der Stelle verläuft der Tunnel zwischen zehn und 15 Metern unterhalb der Erdoberfläche durch eine grundwasserführende Gesteinsschicht. Rund 600 Meter fehlen bis zum Durchstich in Obertürkheim. Bereits am 6. September 2018 wurde der Vortrieb vorläufig gestoppt. Weil durch das viele Wasser umfangreiche Sicherungsarbeiten beim Vortrieb nötig wurden, kamen die Tunnelbauer nur wenige Zentimeter pro Tag voran.

Technisch sei der weitere Vortrieb jederzeit möglich, sagt die Bahn – das sei aber nicht wirtschaftlich. Jetzt sollen andere Methoden getestet werden, die unter diesen Umständen einen schnelleren Bau ermöglichen. Entgegen der Befürchtung von Stuttgart-21-Gegnern handelt es sich jedoch nicht um Mineral- sondern um Grundwasser, das sich laut Bahn in den Gesteinsschichten aus ausgelaugtem Gipskeuper angesammelt hat.

Laut Bahn sind die Sicherungsmaßnahmen an der Tunnelröhre in jedem Fall ausreichend. Es werde nicht davon ausgegangen, dass die Tunnelröhre in diesem Jahr weitergebaut wird. Weil dafür aber an anderer Stelle schneller gebaut werden kann, werde der Gesamtzeitplan für Stuttgart 21 davon nicht berührt. Angaben über mögliche Mehrkosten durch den Stopp gibt es nicht.