Länder

Soziales Neueinstellungen bislang ohne Wirkung

Überstunden bei Polizei bleiben hoch

Archivartikel

Wiesbaden.Die Überstunden von Hessens Polizisten werden nicht weniger. Trotz Neueinstellungen und der Ausbezahlung von Mehrarbeit waren es Ende Januar 2,86 Millionen Stunden. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Anfrage der SPD im Landtag an das Innenministerium hervor. Laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die Überstundenzahl damit unverändert hoch. Sie bewege sich seit Jahren zwischen 2,6 und 3,2 Millionen.

Die Überstundenzahl sei zudem eine Momentaufnahme, die die tatsächliche Belastung nicht abbilde, sagte der Vorsitzende Hessen-GdP, Andreas Grün: „Wir fordern eine differenziertere Betrachtung der Mehrarbeitsentwicklung bei der Polizei.“ Bisher wisse man nur, dass Überstunden auf- und aufgebaut würden, und am „Jahresende sind die Zahlen wieder gleich“.

Fehltage steigen an

Zudem lassen sich wenige Polizisten Überstunden auszahlen: Laut Ministerium wären 1,7 Millionen Stunden auszahlbar gewesen, Anträge wurden nur für 242 000 Stunden gestellt. Die Gewerkschaft sieht zwei Gründe: Da verschiedene Besoldungsgruppen dabei zusammengefasst würden, sei die Auszahlung für einige Beamte zu niedrig. „Außerdem ist den Kollegen mit Geld nicht viel geholfen“, sagte Grün. Wichtiger sei ein Ausgleich durch freie Zeit, der oft nicht möglich sei.

Gestiegen sind laut einer zweiten SPD-Anfrage die Fehltage der Polizisten. Laut Innenministerium fehlte jeder Beamte im Durchschnitt 27,54 Tage, also 0,55 Tage mehr als im Vorjahr. Überdurchschnittlich viele Fehltage pro Person gab es im Polizeipräsidium Mittelhessen, Südhessen und dem Polizeipräsidium für Technik. lhe