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Finanzen 350 Millionen Euro verliert Land pro Jahr an Steuern

Unbesetzte Stellen kosten Geld

Stuttgart.Dem baden-württembergischen Fiskus gehen wegen der Personalknappheit in der Steuerverwaltung jährlich rund 350 Millionen Euro verloren. „Wir verlieren allein 100 Millionen Euro im Jahr, weil wir zehn Stellen bei den Konzernprüfern nicht besetzen können“, sagte der gestern gewählte neue Landeschef des Beamtenbundes, Kai Rosenberger, in Stuttgart. Mit 162 von 168 Stimmen wurde er in Ludwigsburg zum Nachfolger von Volker Stich gewählt. Ein Konzernprüfer hole im Jahr im Schnitt zehn Millionen Euro zusätzlich an Steuern. Auch bei den Betriebsprüfern und Steuerfahndern klaffe eine Lücke von 100 unbesetzten Stellen, obwohl die Zugangsvoraussetzungen für den Nachwuchs zur Steuerverwaltung insgesamt gelockert worden seien. Diese Experten erzielten in der Regel ein Mehrergebnis von bis zu 1,5 Millionen Euro.

Bundesweites Schlusslicht

Die Gesamtzahl der vakanten Stellen in der Steuerverwaltung beziffert Rosenberger auf etwa 500. „Es ist fatal, wenn wir diese Stellen nicht besetzen können.“ Baden-Württemberg sei mit 1,106 Finanzbeamten pro 1000 Einwohner bundesweites Schlusslicht. Das Finanzministerium versucht, die Schlagkraft zu verbessern: „Wir haben in den vergangenen Jahren 500 Stellen geschaffen“, sagte ein Sprecher.

Rosenberger sieht die Steuergerechtigkeit in Gefahr. „Die Bürger werden zur Kasse gebeten, wo aber richtig Geld zu holen wäre, haben wir nicht die Kapazitäten.“ Deshalb mahnt Rosenberger größere Anstrengungen des Landes um den Beamtennachwuchs an. (lsw)